G erbstoffproduktion.
Zu den Rohstoffen, die Deutschland in steigendem Maße vom Auslande beziehen muß, um den Bedarf seiner Industrien zu decken, gehören vor allem auch die Gerbstoffe. Llnsere hochentwickelte heimische Lederindustrie vermag nicht mehr annähernd ihren Bedarf an Gerbstoffen im eigenen Lande zu decken. Man rechnet, daß nur noch Vg—1/5 des Verbrauchs durch deutsche Gerbrinden (Eichen und Fichte) befriedigt wird, während der Nest vom Ausland bezogen werden muß. Daß man auf deutschem Boden die Schälwaldungen kaum vermehren wird, scheint nach der neuesten Entwickelung sicher zu sein, und der Llmschwung in den Gerbmethoden, die immer mehr auf ein schnelles Bearbeiten der Läute hindrängen, erfordert im steigenden Maße Stoffe mit hohem Gerbstoffgehalt, wie sie nur das Ausland liefern kann. So werden in neuester Zeit in wachsendem Maße hochprozentige Produkte aus überseeischen Ländern bezogen neben großen Mengen von Gerberlohe, die noch immer aus dem benachbarten Österreich-Llngarn zu uns eingeführt wird. Die folgende kleine Tabelle zeigt die- gewaltigen Mengen, die in letzter Zeit nach Deutschland gebracht, und die steigenden Summen, die für den Gerbstoffbedarf an das Ausland gezahlt werden: