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Deutsch-Ostafrika : wirtschaftliche Studien / von Hermann Paasche
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Zuckerrohr- und Zuckersabrikation.

Daß das Zuckerrohr in der Kolonie Deutsch-Ostafrika eigentlich allenthalben gedeiht, wo feuchte Niederungen vorhanden sind, scheint mir nach meinen bisherigen Beob­achtungen sicher zu, sein. Ich habe aber auch, wie ich oben bereits erwähnte, in West-Llsambara, noch in Höhen­lagen bis zu 2000 m Zuckerrohr in geschlossenen Be­ständen, wenn auch in kleinen Feldern, gesunden, und der Neger kaut eigentlich überall Zuckerrohr, ernährt zum Teil sich und die Seinigen mit dem süßen Saft.

Am Nufiji sind, wie ich gleichfalls schon erwähnte, in größerer Zahl selbständige, kleine Zuckermühlen vor­handen; auch im Tangabezirk sprach ich bereits von der Zuckerrohrpflanzung des Herrn Zschaehsch, der sie neben seiner Kautschukkultur aufrecht erhält. Die frucht­baren Ebenen am Anterlauf des Pangani sind seit langen Zeiten bekannt als Lieferanten für große Mengen von Zuckerrohr; die Araber haben dort in großem Um­fange Nohr gebaut und Nohrmühlen angelegt und be­treiben noch heute die Herstellung eines braunen Zuckers z. T. in ähnlich primitiver Weise, wie ich sie am Nusiji geschildert habe. In den regenreichen Niederungen an den Binnenseen ist das Zuckerrohr überall als Volks­kultur in großem Llmfange bekannt.

Es ist daher erklärlich, daß man in Deutsch-Ostafrika