Agavenkultur und Hanfbereitung.
Ich habe bisher den freundlichen Leser meine eigenen Reisewege durch die Kolonie Ostafrika geführt und dabei auf die verschiedensten Kulturen, die ich zu besichtigen Gelegenheit hatte, bereits kurz hingewiesen. Wenn ich dabei absichtlich bei den Landschaftsbildern und der äußeren Gestaltung des Landes, seinem Klima, seiner Fruchtbarkeit, seinen Bewohnern kurz verweilte, so tat ich es, um denen, die meinen Ausführungen folgen, möglichst ein eigenes Llrteil über die Entwicklungsfähigkeit unseres Kolonialbesitzes zu geben. Einfache Betrachtungen über Unkosten und Gewinne, über Pflanzungs- und Ver- arbeitungsmethoden würden vielleicht weniger Interesse erweckt haben und könnten gar leicht den Verdacht aufkommen lassen, als ob ich mich durch die in der Kolonial- Literatur der neuesten Zeit so vielfach veröffentlichten Berichte und Prospekte über vorhandene oder zu gründende Pflanzungsgesellschaften hätte beeinflussen lassen.
Ich halte es aber doch für meine Pflicht, nunmehr von den wichtigsten, für unsere Kolonie in Frage kommenden Pflanzungskulturen ein zusammenfassendes Bild zu entrollen, um zu zeigen, wieweit in Zukunft gewinnbringende Arbeit auf den verschiedensten Gebieten der Tätigkeit zu erwarten ist.
Ich beginne mit der wohl aussichtsreichsten Kultur der Sisal-Agaven und der Bereitung des daraus gewonnenen Sisalhanfes.