Druckschrift 
Deutsch-Ostafrika : wirtschaftliche Studien / von Hermann Paasche
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Bagamojo und Pangani.

Solange der Handelsverkehr an der Küste der Kolonie hauptsächlich auf die Verbindung mit den kleinen, wenn auch ungewöhnlich seetüchtigen Segelschiffen, den Dhaus, angewiesen war, galt Bagamojo als der wichtigste Handelsplatz Deutsch-Ostafrikas. Hier waren und sind noch immer große indische Kaufhäuser vorhanden, welche die alten Beziehungen zu dem gegenüberliegenden Sansi­bar aufrecht erhalten. Die Karawanenstraßen aus dem Innern münden im Norden hauptsächlich in Bagamojo, weil von hier aus die Äberfahrt nach dem Sammelhasen von Sansibar bei günstigem Winde nur wenige Stunden in Anspruch nahm.

Tausende von Trägern kamen oft gleichzeitig hier mit ihren wertvollen Lasten an Elfenbein, Gummi, Wachs usw. an und die Karawanserei der D.O.A.G. soll zeit­weise mit 15 000 und mehr Trägern gleichzeitig bevölkert gewesen sein. Hier versorgten sie sich vor ihrer Rückkehr ins Innere mit allen Bedarfsartikeln.

Jetzt ist die Herrlichkeit mehr oder weniger zu Ende, weil Bagamojo nur eine offene Reede hat, die den größeren Schiffen den Zugang kaum gestattet, sie jeden­falls zwingt, fern von der Küste zu Anker zu gehen. Die veränderten Handelsbeziehungen in das Innere und die hoffentlich immer mehr schwindende Bedeutung von