Print 
Deutsch-Ostafrika : wirtschaftliche Studien / von Hermann Paasche
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Mombasa.

Der Ausfuhrhafen Britisch-Ostafrikas.

Fast sieben Tage kämpfte unser Dampfer gegen die ge­waltigen Wogen des indischen Ozeans an, die der stürmische Südwestmonsum uns mit furchtbarer Gewalt entgegentrieb. Mit geschlossenen Luken und abgenommenen Sonnensegeln, von spritzendem Wasser ständig über schüttet, bahnte sich das Schiff in langsamer Fahrt gegen Strömung und Wellen den Weg nach Süden, und die unvermeidlichen Folgen solch unruhiger See brachten es zuwege, daß wir ohne Sang und Klang den Äquator passierten und froh waren, dem englischen Lasen Mombasa zusteuern zu können.

Nach den trostlosen Bildern der ägyptischen Wüste und arabischen Felsmassen, wirkte es wie erlösend auf alle Neulinge ein, die Küste der englischen Kolonie in saftigem Grün über der weißen Brandung schimmern zu sehen. Unwillkürlich fürchtete man, die Küsten Ostafrikas stets in gleicher Einförmigkeit, ohne Baum und Strauch, aus ödem Sand und kahlen Felsen bestehend, auch hier wieder finden zu müssen. Am so angenehmer war die Überraschung, als wir, in früher Morgenstunde in den engen Lasen hineinfahrend, zur Rechten die geschlossenen Kokospalmenhaine, zur Linken die Stadt mit vereinzelten vornehmen europäischen Läufern aus üppigem Grün her­vorleuchten sahen.