XX.
Ioinville
ie Sparta und Athen kämpfen Ioinville und Blumenau um die deutsche Hegemonie im Staate Santa Catharina. Ioinville ist als Stadtplatz größer, als Munizip ist Blumenau bevölkerter und an Flächeninhalt weit geräumiger. Beide Orte sind überwiegend deutsch, haben gesunden Nach- wuchs und können der Zukunft getrost entgegensehen. Ich habe in beiden Orten den Bewohnern in vielen Fragen sorgsam den Puls gefühlt, ich habe viele Stimmen oft und ausführlich gehört, aber von Tag zu Tag neigte sich die Schale mehr zugunsten von Blumenau! Hier steh' ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen! . . .
In Ioinville ist der Durchschnitt lange nicht so deutschbewußt im völkischen Sinne als in Blumenau. Dort am Itajahy sprechen fast alle Kinder auf der Straße untereinander beim Spielen nur deutsch, in Ioinville habe ich viel Portugiesisch von deutschen Kindern gehört. Das liegt an den Eltern. Gewiß sollen die Kinder portugiesisch lernen, das müssen sie sogar, aber unter sich sollen Deutsche deutsch sprechen, wie es in Blumenau geschieht.
Die „Kompromiß- und Atilitätsmenschen", sie sind im Ausland der Tod jeder nationalen Mannhaftigkeit. Wie kläglich schlapp die Deutschen in Ioinville in dem viel besprochenen Falle Kullak handelten, ist in ganz Brasilien bekannt. Kullak hatte als tapferer Deutscher den korrumpierten Behörden ordentlich die Zähne gezeigt und in einem Streitfalle mit der Vahngesellschaft (internationale Dividendenschnapper unter englisch-französischer Führung) einfach auf seinen Grund und Boden die widerrechtlich gelegten Schienen in die' Luft gesprengt. In dem Rechtsstreit hat Kullak dann die Parteilichkeit und Bestechlichkeit der lusobrasilischen Behörden in mutigen Flugblättern gehörig an den Pranger gestellt. Daß^
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