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Bei deutschen Brüdern im Urwald Brasiliens : eine Kundfahrt / von Karl Grube
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Sonnwendnacht auf tropischer Meerflut, Züngelnde Flammen an Mast und Bugspriet: Deutsche Heimat, mir glühen im Herzen Heilige Sonnwendfeuer der Liebe Und ich danke dir, Allvater Wodan, Daß ich germanischem Blute entsproß!

XV!. Ein Reitervolk

m idyllischen Staate Rio Grande do Sul reitet alles, Männlein wie Weiblein, Kinder und Greise die Deutschen sind hier ein Reitervolk geworden. Die Stadt Santa Cruz namentlich hat ein reiches Hinterland. Das ganze Munizip wie hier die Kreise oder Bezirke heißen ist etwa so groß wie das deutsche Fürstentum Schaumburg-Lippe und zählt gegen 15 000 Bewohner, von denen mindestens 12 000 Deutsche oder im Lande geborene Nachkommen ein- gewanderter Germanen sind, denn hier ist der Schweizer, der Österreicher, selbst der Holländer und Skandinavier eben nur der Germane und lernt die deutsche Sprache! Ohne Kenntnis der deutschen Sprache kommen selbst die pechkohlrabenschwarzesten Neger in Sant Cruz' Umgebung auf den deutschen Siedelungen nicht durch, und so konnte ich es erleben, daß ein Vollblutnigger mir ernsthaft sagte: Wir Deutsche müsse zusammehalte!" Na, ich danke . . .

Dr. Heinz v. Ortenberg, der treffliche deutsche Arzt, bei dem ich so schöne Tage verlebte, hat mich in vielen an­regenden Gesprächen über alles Wissenswerte belehrt. Ihm verdanke ich mehr als den dicksten Büchern über Brasilien. Der wackere brave Germane liebt gleich mir die Musik, das deutsche Volkslied. Seine feinsinnige Gattin hat uns die Abende treulich Gesellschaft geleistet. Auf die Frage: Ob sich die germanische Rasse in

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