Hier sind aber auch die Bedingungen so gut, wie wohl sonst nirgends mehr in jungen Kolonialländern. Hier findet der Germane Tausende von Landsleuten in den Städten und auf den Siedelungen des Urwaldes und des Campo. An Romantik fehlt es auch hier nicht und der Freiheitsdrang, der nun einmal im deutschen Vlut so unausrottbar wallt, kann sich hier austoben. Ermuntern zur Auswanderung will ich gewiß nicht, wie ich schon früher betonte. Aber wir müssen mit dem Wandertrieb des Deutschvolkes als mit einer gegebenen Tatsache rechnen. Dann ist es besser, wir lenken unsere europamüden Volksgenossen nach Südbrasilien, als wie nach Dollarika, wo sie als Z)ankee-Guano verkommen. Hier in Südbrasilien lebt das Germanentum kraftvoll fort und wird nach menschlichem Crmessen nie mehr untergehen. Also wenn schon ausgewandert werden muß, dann nur nach Parana, Santa Catharina oder Rio Grande do Sul.
Hier sind Klima und Land dem Deutschen zuträglich und sichern ihm Gesundheit und Fortkommen. Aber Hände weg von Nordbrasilien!
XV.
Sonnwendnacht
An Bord der „Florianopolis" im Atlantischen Ozean, südlich des Äquators.
Sonnwendnacht auf tropischer Meerflut! Magisch kämpft im Gewölk das Mondlicht, Silberne Lichter umspielen die Wogen, Wie von Demanten flimmert die Flut.. . Weißgraue Wolken wallen im Äther Und das herrliche Kreuz des Südens Flammt als Fanal aus dem Heer der Gestirne... Fern, doch hell in prangender Schöne Glänzen Orion und die Plejaden Wie ein Gruß aus der nordischen Heimat — . Lau aus Südost der linde Passatwind
71