Frommen unserer Deutschen daheim getreu berichten, was ich hier aus berufenem Munde über Brasilien vernahm.
Gerade als ich in Santa Cruz war, wütete eine Heftige Typhusepidemie, die recht bösartig auftrat. Da Hat denn der deutsche Arzt auf Wache gestanden, und leuchtenden Auges konnte Heinz v. Ortenberg sagen: Ich habe alle durch gebracht, die mich holen ließen!
Solche Pioniere braucht unsere Nasse in fernen -Gauen. Dann merkt auch der Neider und Deutschfeind, was im germanischen Edelblut steckt!
XIII.
Im Heuschreckenschwarm
er Brasilien wirklich kennen lernen will, der muß durch dichten Urwald und über die ^> Riesenflächen des Campo reiten. An Herr- lichen Wasserfällen und grotesken Felspartien ist das weite Land überreich, und wer einmal auf dem Heideland, dem Campo, die wilden Strauße sah, im Urwald die Brüllaffen konzertieren hörte, und die malerischen Flußufer der ungeheuren Wasserstraßen entlang fuhr, der bekommt erst den rechten Begriff von der unberührten Wildheit, der erstaunlichen Fruchtbarkeit und Entwicklungsfähigkeit dieses Europa an Größe fast erreichenden Riesenlandes. Aber artch Plagen gibt es. Wo viel Licht, fehlt nimmer der Schatten. Außer den Giftschlangen, die mit der fortschreitenden Urbarmachung immer mehr verschwinden, sind es namentlich die schlimmen Heuschrecken, die den Schmerz der Ansiedler bilden. Wir ritten westlich der Lagoa dos Patos. So ging es stundenlang über den unabsehbaren Eamvo, nur spärliche Ansiedlungen an den vielen Wasser-
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