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Bei deutschen Brüdern im Urwald Brasiliens : eine Kundfahrt / von Karl Grube
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V!I.

Soll man auswandern?

lso raten Sie mir aufrichtig: Soll ich nach Bra­silien auswandern? Da sich die Deutschen so glänzend dort halten, so möchte ich hin!" ... . Diese Epistel erhielt ich heute von einem wackeren Deutschnationalen, dem dieTschechenseuche" sein Wien verbittert. Und weil noch mehr solche An­fragen eintrafen, so will ich lieber Mdlies die Antwort er­teilen, als Wißbegierigen ein Privatissimum zu lesen. Also ich rate aufrichtig: Nur wer es durchaus im alten Vaterlande nicht mehr ertragen kann, nur wer jung und tatenfroh und vor allen Dingen kerngesund ist, nur wer Lust und Liebe zum Landleben hat, der komme nach Bra­silien in die deutschen Siedelungen!

Für verwöhnte Städter und verträumte Idealisten ist es absolut nichts im brasilischen Urwald! Die tropischen Gebiete Brasiliens sind für den Deutschen, der im Freien arbeiten muß, ganz ausgeschlossen. Die feuchte Treib­haushitze und das Fieber sind dort die schlimmsten Feinde des nordischen Germanen. Aber die drei subtropischen Provinzen Parana (dieses Hochland mit der Hauptstadt Curityba ist ganz gesund, trotz der Tropennähe, die Küste aber heiß und ungesund), besonders aber Santa Catha- rina und Rio Grande do Sul sind für deutsche Kolonien durchaus geeignet. Das Klima ist im Sommer etwa dem von Bozen oder Mercm zu vergleichen, nur gibt es keinen eigentlichen Winter im europäischen Sinne. Leichte Nachtfröste auf dem Hochland und viel ausgiebige Regen­güsse zeigen die kühlere Jahreszeit an, die von April bis August dauert. Zu Weihnachten ist es barbarisch heiß, da ist selbst die Hundstagshitze von Wien nichts dagegen. Aber trotzdem ist das subtropische Klima für den Ger­manen, wenn er sich erst eingewöhnt hat, sehr angenehm. Jedenfalls Hausen im Urwald Südbrasiliens so viel weiß-

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