steht auf altem Urwaldgrund. Mögest du ewig gedeihen, liebtraute, anmutige Stadt in Südbrasilien!
Mögest du auch immer so deutsch bleiben. Dann wirst du einst die geistige Hauptstadt eines reichen und zukunftsfrohen Landes sein!
Ioinville und Blumenau — ihr beide seid die schönsten deutschen Städte, die ich in Brasilien sah!
Ich darf sagen: Ich habe euch ehrlich liebgewonnen. Wer nach Brasilien fährt, der wird euch als Oasen wahrer deutscher Kultur erkennen — und darauf könnt ihr stolz sein!
Vl.
Ein Urwaldphilosoph
fingsten im brasilischen Urwald. . . .
Der Herbst ist eingezogen, frischer Seewind weht von der Serra do Mar über das weite, grüne Land. Wenn daheim das Mailüfterl grüßt und der Lenz als Triumphator in die Gaue zieht, dann ist auf der südlichen Halbkugel das schwüle Regiment des subtropischen Sommers glücklich zu Ende.
Heiß ist es hier im Sommer, unsagbar heiß. Doch trotzdem gesund. Das gelbe Fieber und die Malaria sind gottlob unbekannte Gäste, und namentlich um die Maienzeit ist die Luft so würzig und frisch, daß ein Morgenritt in den Arwald eine köstliche Pfingstfreude bringt! —
Cin lustiger junger „Musterreiter" begleitet uns. So nennt man hier die Sendboten der städtischen Geschäfte, die auf kleinen, flinken Maultieren mit ihren Warenproben von Kolonie zu Kolonie reiten und dem Urwaldbauern alle Einkäufe vermitteln. Hans Burmester stammt von norddeutschen Eltern, ist aber selbst in Brasilien ge-
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