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Bei deutschen Brüdern im Urwald Brasiliens : eine Kundfahrt / von Karl Grube
Entstehung
Seite
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mir freundlicher Führer. Da haben wir kernhaft völkische Zwiesprache gepflogen. Auch die römische Kirche hat in Curityba deutschfreundliche Anwandlungen, was ich als gewissenhafter Chronist gern berichte. Die Franziskaner unterhalten hier eine deutsche Knaben- und Mädchenschule, der man Gutes nachrühmt; allerdings sind schon Strömun­gen bemerkbar, die auf portugiesische Unterrichtssprache hinzielen. Da ist aber noch eine romsreie deutsche Schule, die wacker arbeitet. Deutsche Vereine mehr denn ein Dutzend. Alle besseren Geschäfte in germanischen Hän­den. Und was das Erfreulichste ist: Reichsdeutsche, Österreicher und Schweizer halten als Deutsche fest zu­sammen in Curityba ... In Europa ist das leider noch manchmal anders. Kein Hetzpfaffe stört germanische Eintracht zwischen Protestanten und Katholiken in Curityba.

Eine seltene, eine glückliche Stadt, sonnenhell und zu­kunftsfroh, möge sie ewig gedeihen und so deutsch bleiben.

V.

Maitage

Curityba, auf dem Hochland von Parana, 1000 Meter über dem Atlantischen Ozean.

m wunderschönen Monat Mai springen in Bra­silien allerdings nicht alle Knospen, denn der Winter soll auf der südlichen Halbkugel beginnen, aber es geht einem doch das Herz auf ob der prangenden Schöne der Natur. Wonnevoll ist ja auch das liebtraute deutsche Land daheim im Mai und es ist manchmal verteufelt schwer, die Sehnsucht nach deutscher Kultur und Heimat zu unterdrücken ... Aber ein ge­segneter Fleck Erde ist dieses Hochland doch! Wir sitzen in einem herrlichen Garten bei einem österreichischen

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