I Die ersten Eindrücke in Lome.
Lome, die sonst so geschäftige Hauptstadt unserer Kolonie Togo, lag noch im tiefsten Schlafe, als die „Eleonore Woermann" am 27. September ^909 in aller Frühe draußen auf der Reede vor Anker ging. Weder die Ungeduld des Aapitäns, der gern so schnell wie möglich weiter wollte, noch die Eile der Fahrgäste, die aussteigen sollten, weder das Brummen der Dampfpseife, noch der schrille Ruf der Barkasse, vermochte die Uhr zu schnellerem Gang anzutreiben und die schlafende Stadt zu wecken. Aber sobald die ersten Strahlen der ^Norgensonne über die Uleeresfläche glitten und die im Grün versteckten Türme und Häuser Lomes in Helles Licht tauchten, und sobald die Uhr vom Turme der Thristuskirche aushob, sechs zu schlagen, wurde es auf der Landungsbrücke lebendig, und von der Barkasse geschleppt kamen die Boote eines nach dem andern an den Dampfer. Ulerkwürdig, dieser Unterschied zwischen Lome und allen anderen Häfen, die ich bisher gesehen hatte. Überall sonst Lärmen und Rufen, Hast und Unruhe, die ganze bunte, abwechslungsreiche Vielgeschäftigkeit der schwarzen Rasse, und hier deutsche Ruhe, deutsche Grdnung, deutsche Stille und Zucht, auch bei den Schwarzen, die die fünf Aräne der Landungsbrücke und die Boote bedienen; das gab schon beim Aussteigen ein günstiges Vorurteil für deutsche Eingebornenpolitik.