Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1910) Meine Reise durchs Eweland
Entstehung
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!, Vorwort.

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In unseren Tagen muß man von einein Misfions-Inspektor fordern, daß er das Arbeitsfeld, das er vertritt, aus eigner Anschauung kenne. Das ist auf der ^2. kontinentalen Missionskonferenz in Bremen von neuen: betont worden und darf als Überzeugung aller deutschen Missionsgesellschaften gelten. Besonders in einer Handelsstadt wie Bremen mit ihrem großen Verkehr über See ist diese Forderung un abweisbar. Infolgedessen war es mir bei meiner Berufung in den Dienst der Norddeutschen Mission zur Pflicht geinacht worden, so bald als möglich unser Missionsfeld zu besuchen und gründlich kennen zu lernen. Des mir gewordenen Auftrages habe ich mich von September ^9^9 bis Februar ly^V entledigt. Von meiner Reise unserer Missionsgemeinde hiermit Bericht zu erstatten, ist mir Pflicht und Freude zugleich.

Wer diesen Reisebericht mit dein von Missionsdirektor Schreiber auf Grund seiner Inspektionsreise im Jahre ^02 erstatteten Bericht vergleicht, wird überrascht werden durch den großen Fortschritt, den die bei der Kolonisation des Ewevolkes beteiligten Faktoren, Regierung, Handel und Mission, in der kurzen Zeit gemacht haben. Lr wird aber auch erkennen, wie die Missionsaufgabe infolge­dessen schwieriger geworden ist. Überall stößt man auf Probleme und Aufgaben, an deren Lösung alle Araft gesetzt werden muß. Ich hoffe, diese Probleme in einem zweiten Band sachgemäß zusammen­fassen und herausstellen zu können.

Ich bin mir bewußt, als Missionsfreund in erster Linie für Missionsfreunde erzählt zu haben. Die Arbeit der Norddeutschen Mission ist unter viel Opfern begonnen und durchgeführt worden. Sie hat daher ein Recht, nun ihr nach langer Geduldsarbeit eine Zeit ungeahnter Erfolge beschieden ist, zu der ihr verordneten Auf­gabe kräftige Hilfe zu erbitten, noch dazu jetzt, wo sie sich unter der Last eines großen Defizits auf die Feier ihres 75jährigen Be-