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Nachtrag.
Zu Hongkong: Erst bei Abschluß des Druckes konnte ich das von mir lange gesuchte Buch: J. Chailley-Bert, La colonisation de l'Indo-Chine, l' exfierience anglaise; Paris, A. Colin & Cie., 1892, erlangen, dessen erster Teil (151 Seiten) sich mit Hongkong beschäftigt. Es will den Franzosen das englische Beispiel rühmend vor Augen führen, übertreibt daher ein wenig, ist aber sonst so gut, daß ich ausdrücklich darauf hinweisen möchte. Obwohl es das einzige Buch ist, das Hongkong in solchem Umfang darstellt (das Buch von Roux ist nur ein zweiter Aufguß), und das mir vorliegende, antiquarisch beschaffte Exemplar dem zweiten Tausend angehört (das Buch ist vergriffen) konnte ich es doch weder in Ostasien noch in Deutschland finden. Das ist sowohl für die Gleichgültigkeit der Fremden in Ostasien gegenüber literarischen Erscheinungen und die geringe Verbreitung der französischen Sprache an der Küste des Stillen Ozeans wie auch für das geringe Interesse kennzeichnend, das die deutschen Bibliotheken bisher den kolonialen Fragen widmeten.
Nach einer Mitteilung des -»North China Herald«., Schanghai, vom 2. Aug. 1913, S. 323, bestehen in Hongkong 600 Schulen, davon sind 10 Regierungsschulen, 50 unterstützte Privatschulen; an
21 lehren englische Lehrer. Ein neues Schulgesetz soll alle Schulen unter die Aufsicht des Gouvernements stellen.
Zu Kiautschau: Nach einer in diesem Jahre vorgenommenen Zählung hatte (nach einer Meldung des »Ostasiat. Lloyds« v. 8. Aug. 1913) Tsingtau eine europäische Bevölkerung von 2069 Köpfen, d. i. eine Zunahme gegen 1910 um 27,6 %. Unter ihnen waren 1183 Männer, 886 Frauen, 1885 Deutsche, 61 Russen, 51 Engländer, 40 Amerikaner,
22 Österreicher. Vorübergehend waren ferner 64 Westländer anwesend. Außerdem gab es 316 Japaner (1910: 167) und rund 187000 Chinesen.
Grünfeld, Kolonien. 15