Schlußwort.
Wie die in der Einleitung angedeutete Geschichte der Fremden in Ostasien zeigt, haben die besprochenen Kolonien, Konzessionen und Niederlassungen dieselbe Wurzel: sie sind ein Ergebnis des Handels, der von den großen Seemächten mit dem fernen Osten eingeleitet wurde. Der Handel führte unter den schwierigen Verhältnissen, mit denen zu rechnen war, zu einer Festsetzung von Fremden an den Orten, die das Verkehrsbedürfnis vorschrieb, und diese Niederlassungen erhielten zunächst die uns vertraute Organisation von Faktoreien. Die Schilderung, die Roscher in seiner feindurchdachten Art auf Grund eines großen geschichtlichen Materials von den Faktoreien entwirft, trifft auch für die Niederlassungen der Portugiesen, für Fusan, Deshima und die Faktoreien im alten Canton ganz genau zu 1 ).
Ein Neues tritt erst hinzu mit dem Eindringen von freihändlerischen Grundsätzen, die, ihren Verbreitern zunächst unbewußt, den Charakter der Ansiedlungen nachhaltig verändern. Hongkong und Schanghai und alles, was ihnen folgt, ist bereits mehr oder minder international. Damit sind Siedlungsformen geschaffen, die es bisher nicht gab. Den Faktoreien am ähnlichsten sind noch die japanischen Konzessionen mit ihrem starken Vorwiegen des bureaukratischen Elements. Hier ist der einzelne noch nicht zur Selbstverwaltung erzogen. Nicht seine eigenen Pläne verfolgt er im Ausland, sondern die seiner Führer: Zuerst kam eine Konzession, dann folgten die Kaufleute. Das gilt auch von dem wirtschaftlichen Charakter der Eisenbahnkonzessionen. Einige europäische Staaten haben versucht, durch das Anlegen von Konzessionen den Unternehmungsgeist ihrer Angehörigen zu beflügeln, anscheinend ohne Erfolg. Wo dagegen tüchtige Vertreter des nationalen Handels vorhanden waren, da fiel es nicht schwer, sie durch Unterstützung von daheim noch
x ) W. Roscher, Nationalökonomik des Handels und Gewerbefleißes, 7. Auflage, bearbeitet von W. Stieda, Stuttgart, 189g, S. 180 ff.