legenheiten dürfte eine Absonderung einiger Geschäftszweige schwer durchzuführen sein. In Kwantung besteht keine Gemeindeverwaltung, wenn man eine solche nicht darin erblicken will, daß die südmandschurische Eisenbahngesellschaft der Regierung einen erheblichen Teil ihrer Verwaltungsaufgaben, wie Hafenverwaltung, Gasanstalt, elektrische Beleuchtung in Dairen, Krankenhäuser u. dgl. abnimmt. In den zwei übrigen Kolonien liegt die Lokalverwaltung, wie gesagt, in den Händen der Einheimischen. In Kwang-Tschau-Wan hat diese Gemeindeverwaltung zwei Instanzen, einen Gemeinderat und einen Rat für die Unterpräfektur, die sogar die niedere Gerichtsbarkeit ausüben. Sie sind allerdings weder ganz unabhängig, noch unparteiisch.
4. Die Finanzen.
Macao hat Portugal fast nichts gekostet. Im Gegenteil, der Handel mit Ostasien war zunächst Regal und brachte also dem Könige noch etwas ein, während sich die Niederlassung selbst erhielt. Die Senatoren deckten Fehlbeträge aus ihren Kassen, hatten aber auch selbst wieder Anteil am Überschuß. In der Hauptsache beruhten die Einnahmen auf Zöllen, hingen also ganz von der Geschäftslage der Kolonie ab. Die regelmäßigen Ausgaben waren natürlich nie groß, denn man führte keine kostspieligen Bauten aus, dachte nicht an Wasserleitungen u. dgl., und das Militär war sehr gering an Zahl, beköstigte sich auch teilweise selbst, indem es am Handel teilnahm. Schwer lastete dagegen auf der Kolonie der Druck der Erpressungen und Bestechungen, die der Verkehr mit den Chinesen mit sich brachte. Statt zu kämpfen und rechten, zahlte man, und die Mandarine benutzten die Gelegenheit, ihre Kassen zu füllen. 1660 ging es infolgedessen der Stadt schon so schlecht, daß sie ein Anlehen beim König von Siam aufnahm. Es wurde wieder besser, und vor 1784 besaß der Senat eine Million crusados, die er in der Seeversicherung angelegt hatte, und die ihm jährlich 10% trug. 1793 aber war der Schatz von den Chinesen wieder leer geschöpft. Ein Fünftel der Einnahmen gehörte der Krone, die sie seit 1714 in der Kolonie stehen ließ, damit diese mehr Geld auf die Verteidigung, die geistlichen Angelegenheiten und andere Verwaltungszweige verwenden könne. Das Geld scheint aber leichtsinnig angelegt und schlecht verwaltet worden zu sein, denn 1799 mußte der König auf einen großen Betrag verzichten, um die Kolonie nicht durch das Verlangen nach seiner Ablieferung in Schwierigkeiten zu bringen. Als die Kolonie 1845 zum