Einleitung.
Der geschichtliche Zusammenhang.
Die Welthandels Völker der Vergangenheit sind der Reihe nach mit China in Beziehung getreten: Araber, Portugiesen, Spanier, Holländer; aber nur die Schicksale der portugiesischen und britischen Kaufleute stehen in Zusammenhang mit den heute noch vorhandenen Ansiedelungen.
Die Portugiesen hatten von Malakka aus den Weg nach China gefunden und gründeten dort Faktoreien, die nach kurzer Blüte vernichtet wurden. Nur Macao, das sie um die Mitte des 16. Jahrhunderts anlegten, blieb erhalten.
Die Engländer begannen gleichzeitig mit ihren übrigen Reisen in Ostasien auch Besuche in China, doch gelang es ihnen nicht, sich hier festzusetzen; dem arbeiteten schon die Portugiesen entgegen. Zunächst gehörte der Handel mit Ostasien zum Monopol der Britisch- Ostindischen Kompagnie. Seit 1770 unterhielt sie eine ständige Faktorei in Canton, das der Haupthandelsplatz Chinas im Ausland war. Die Chinesen vergaben den Handel mit den Ausländern an eine Gilde, die Kohong, die zugleich allen übrigen Verkehr mit den »Barbaren« zu besorgen hatte. Als 1835 das Monopol des ostasiatischen Handels der britischen Kompagnie aufgehoben wurde, sandte England auf Wunsch der Chinesen, die für die Fremden ein verantwortliches Oberhaupt wünschten, einen Handelsbevollmächtigten, der zugleich Konsul sein sollte. Dieser, Lord Napier, hatte eine unklare Stellung, da die chinesischen Behörden ihn lediglich für einen Oberkaufmann hielten und mit ihm nicht anders als durch die Kaufleute der Gilde verkehren wollten, während er sich verpflichtet fühlte, seinem Rang entsprechend nur mit den höheren Beamten zu verkehren. Damit begann eine ganze Reihe von unglaublichen Schwierigkeiten und Mißverständnissen, zu denen noch andere Fragen kamen: Die der Gerichtsbarkeit über die Ausländer, des Zeremoniells im Verkehr zwischen Chinesen und Ausländern und vor allem die Opiumfrage, die der Anlaß war,
Grünfeld, Kolonien.