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den Gouverneur vi-. Svls abgeliefert — ist die Streitaxt begraben, und sie wird es bleiben, solange die Eingeborenen richtig behandelt nierden, solange Samoa vor äußereu politischen Zwisten bewahrt bleibt.
III. Samonliteratur
Es erübrigt noch, angesichts der Anschauungen, die durch törichte Schilderungen eriveckt sind, einige Worte über die wissenschaftliche Ersorschuug Samvns zu sagen. Pvriveg erwähnt sei, daß der fernste Archipel das best bekannte und best bearbeitete exotische Gebiet ist. Das verdankt die Wissenschaft in erster Reihe den grundlegenden, ausgezeichneten nnd vielseitigen Arbeiten, Studien und Publikationen der „Hnitecl 8wte8 DxplorinZ DxpscZitiov", die nnter Wilkes 1838 die Inseln besuchte, die Berichte früherer Reisenden — Roggeveen, Bongainville, La Pöronse, Edwards lKo^ebue), Dumont d'Urville — sind relativ bedentnngslvs. Wertvoll, besonders in ethnographischer nnd vvlklvristischer Beziehung sind die Auszeichuuugeu der euglischeu Missionare William, Poivell, Turuer, Prntt und Fräser, sowie der englischen Konsuln Pritchard und Whitmee. Als Sprachforscher flehen unter den Pionieren Pratt, Whitmee und Psre Biolette obenan. Der Nestor deutscher Forschung ist Dr. Eduard Graefse, der als Sendbote des Hauses Godefsroi, von 1863—1867 auf Samoa weilte uud sogar für einen Roman s„^u ferner Jnselivelt" von Christian Benckard) die Hauptperson abgeben mußte szur Zeit Inspektor der Zoologischen Station in Trieft). Den Grundstein zn authentischen soziologisch-sprachlichen Urkunden lieferte der gegenwärtige Kolouialdirektor Dr. Stübel, der als Generalkonsul iu den achtziger Jahren eine kostbare Sammlung sanwanischer Urtexte über BolkSsagen uud Überlieferuugeu anlegte, die später im Museum für Bölkerknnde zu Berliu überfetzt und bearbeitet worden ist. Die Krone dieser Studien uud Verdienste, sonüe der gesamten Leistungen exakt nnssenschastlicher Forschung gebührt unbestreitbar dem kaiserlichen Vlarinestabsarzt vr. Angustin Krämer, der in unermüdlichem, vpfersrendigem Schaffen aus eigene Kosten, dank der richtigen Würdigung seiner Ziele, eiueu längeren Urlanb dazn benützen konnte, um vou den schuell schiviudeudeu kostbaren Schätzen für die deutsche Wissenschaft noch zu retteu ivas zu retteu war. Seine Verdienste werden erst recht gewürdigt werden, wenn die kritische Forschung der Nachzeit die Snmoauer uur uoch historisch beurteilen kann.
Besondere Anerkennung verdient auch wegen seiner volksknndlichen nnd fortdauernden Arbeiteu der langjährige Beobachter der Lebensgewvhnheiten und Eigentümlichkeiten der Samoaner Leutnant a. D. Werner v. Büloni, der in kleineren und größeren Abhandlungen wertvolle Beiträge zu deu Sitten, Überlieferungen nud vom Wesen des Völkchens gegeben hat, die aber leider, wie die bisherige Snmvaliteratur überhaupt, fehr uuter Zersplitterung nnd Unzugänglichkeit für nieitere Interessenten zu leiden haben.
Als philosophisch-ethnologischer Kritiker hat auch Geheimrat Bastiau einige interessante Betrachtungen über die smuvauische Überlieferung nacl) anderen Aufzeichuuugeu veröffentlicht.
Auf uaturwisseuschastlichen Gebieten haben außer der „Uvitsä Lta.tss Dx- plorivA DxxsZitiori" der amerikanische Kvnsnl Förster, Seenninn l^lora