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Das überseeische Deutschland : die deutschen Kolonien in Wort und Bild / nach dem neuesten Stand der Kenntnis bearb. von Hutter ...
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Deutsch-Mikrouesieu 577

II. Deutsch-Mikronesien

Im Norden und ?lordvsten der melanesischen Archipele breitet sich ein neueS, vielgestaltiges Jnselreich aus, das lvegeu der aussalleudeu Kleinheit seiner Glieder recht bezeichnend Mikrouesien genannt wird. Es erstreckt sich über 50 Längengrade und nahe an NO Breitengrade, besitzt aber, wenn mau das Gesamtareal berechnet, nicht mehr als 3500 <zllin, mithiu weniger als das Grvßherzvgtum Sachsen-Weimar. In diesem Jnselgewirr unter­scheidet man, abgesehen von den ganz uach ^>!orden gerückten japanischen Bonininseln, vier größere Abteilungen, nämlich die Marianen, die Karo­linen mir den Palaninseln, die Mnrshall- und die Gilbert- inseln. Nur- die letzteren stehen unter englischer Botmäßigkeit; die übrigen gehören den deutschen Südseekolonien au und bilden trotz ihres beschränkten Umfanges in politischer, wie kommerzieller Beziehung einen nicht unwichtigen Bestandteil uuserer überseeischen Herrschast. Auf den Mnrinnen haben sich auch die Nordamerikaner eine Etappenstativn nach den Philippinen zu sicherm gewußt, uämlich Gumn, das ihnen als Kabel- und Kohlenplatz dienen soll.

Gemeinsam ist sämtlichem mikrouesischen Inseln außer dem geringen Bvdenranm der gleichsörmige koralline Bau und das spärliche Borkommen höherer Landkörper, die alsdann vulkanischen Ursprunges sind. Gemeinsam is! ihnen ferner eine in den Hauptsachen übereinstimmende Bevölkerung, die trotz gelegentlicher Zumifchung fremden, namentlich melanesischen Blntes zu deu Polynesiern in engster Beziehung steht. Gemeinsam sind endlich, von ört­lichen Wandlungen abgeseheu, die klimatischen Verhältnisse, dnS Pflanzenkleid und die Tierwelt.

1. Die Karolinen und die Palauinseln

Bou alleu Südseearchipelen nehmen die Karolinen mit der ihnen westlich vorgelagerten Palangrnvpe den größten Rnnm ein. Die lang ausgeschlossene ^nselschnur dehnt sich über 30 Mittagsgrade aus, das ist so weit wie von Baleneia nach >ionstantinvpel, und ihre Breitenlage wird durch deu 5. bis 10. Parallel nördlich vom Äquator begrenzt. Einzelne versprengte Glieder greifen noch über diesen Nahmen fort, namentlich nach Süden hin, wo sie kamn 120 Kni vom Gleicher entfernt bleiben.

'Aus dieser gewaltigen Meeresfläche zählt man Das Gcsamtarcnl der Karolinen mit Paln»

dünn verstreut gegen 7i»v insulare Gebilde, meistens hat der Kartograph Lanthans auf !M» <i^m

ivinzige ^!vrallrneilnnde, die als ansgcschiittete Zin- berechnet, ivovou aller 7>!l><) citvnr siir die ^tisfe ab-

iien die vielen ^oophutenbnuteu krönen. Als Über- gehen. Es bleiben svnnch nicht mehr als 1310 cikm

gangSsorm ist das Psrndvatolt ^ink anzusehen, ein deivvhntcs ^and iibrig, das indessen nicht dnrch-

vnltanischer ?lrchipel im kleinen, dessen 17 Berg- iveg lullivierbar ist. Den beträchtlichsten Flächen

inseln von einem iveit ansgerückteu Wallriss nm- ranm nimmt Pala» ein. t5s mis;t 111! sj1:ni. Ihm

zogen sind. Dann folgen die hohen Inseln, deren reiht sich Pünavö an mit 317 akm, danach Z)av

es im Verivavnngsbezirk der ziarvlinen nur vier mit Ä>7 a.Km, Zink mit 132 und Knsaie mit

gibt, nämlich im Osten Knsaie und Pcinapö, im 110 <zkin. Die sonstigen Inseln und Puselchen

Westen Aav mit deu Nebeneilanden Mav »nd haben nnr 11«! >>^m, so dafz im ganzen das vvr-

Numuug »nd das mehrfach zerstiickelte Pala». genannte bescheidene Mas; herauskommt.

Die Entdeckungsgeschichte des Archipels greift bis in die Zeit der ersten wageinntigen Seefahrten im Stillen Ozean zurück. Sie beginnt mit dem Jahre 1525 oder 1520, je nachdem, ob man dem Portugiesen Diego dn Nvcha oder dem Spanier A l v nso de Salazar den Nuhm zuerkennen will.

DaS überseeische Deutschland. -!7