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Das überseeische Deutschland : die deutschen Kolonien in Wort und Bild / nach dem neuesten Stand der Kenntnis bearb. von Hutter ...
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I. Die deutschen Salomoinseln

den Bismarckarchipel reiht sich nach Südosten als nächstes Glied des inneren australischen Jnselgürtels die hohe, vielgestaltige Gruppe der A^l^ Salomoneu. Sie erhielten ihren biblischen Namen durch den Spanier Alvaro Mendana, der sie im Febrnar 1567 als erster Europäer betrat und in ihnen, durch vermeintliche Goldfunde getäuscht, das Ophir des Alten Testa­mentes entdeckt zu haben glaubte. Trotz der weitschanenden Pläne, die der unternehmende Seefahrer an diese Inseln knüpfte, gerieten sie bei der Mit- und Nachwelt bald in Vergessenheit, und es dnnerte volle 200 Jahre, ehe sie von neuem durch europäische Forscher gesichtet wurden. Und selbst heute noch ge­hören sie zu den mindest bekannten Gebieten des Stillen Ozeans. Nur geriuge Teile sind bereits zuverlässig vermessen und gezeichnet. Im übrigen bernhen unsere Karten lediglich auf bloßen Skizzen, wie sie durch vorbeifegelnde Schiffe oder wagemutige Reiseude bei kurzem Aufenthalte gewonnen wurden.

Die Salomoinselu liegeu zwischen dem 5. und 11. Grad südlicher Breite uud zwischen 151^3 und 162'/2 Grad östlicher Länge von Greenwich. Sie streichen von Nordwest nach Südost und zerfallen in zwei nahezu parallele Reiheu, bereu nordöstliche aus vier, deren südwestliche aus drei größeren Land­körpern mit vielen kleineren Nebeneilanden besteht. Die nordöstliche Reihe greift indes beträchtlich weiter nach Norden vor, als die südwestliche, die sich dafür um so mehr dein Chnrlottenarchivel nähert. Die gesamte Lttngeuaus- dehuuug beträgt 1100 Kru und der Flächenraum rund 41000 czkin, übertrifft also in etwas die Schweiz. Zur besseren Unterscheidung ist eS ratsam, die wichtigsten Einzelglieder oder -gruppen dem Nameu mich auszuführeu. Wir begiuueu mit dem deutschen Anteil, d. h. mit Bnka und Bvugainville, deuen sich das benachbarte Chaisen! anreiht. Dann folgt Jsabel und endlich Malaitn mit seinem Appendix Marnmasiki. Im südwestlichen Zuge haben nur San Christvual, Gnadaleanar und das merkwürdig zerstückelte Nen-Georgia mit einen: Schwärm von Trabanten, die nach dem letzten Vorposten Mono oder Treasury hinweifeu.

Geologisch betrachtet scheide» sich die grvsteu Salomonen i» zwei blasse», nämlich i» all- vultanische und in juugvultauische Inseln. Zu den ersteren gehören San t5l>risloval, Lsabel, Ma­laiin nnd Guadaleauar, zur zweiten dagegen Vuta, Bougniuville nnd Neu-Georgia, die augenschein­lich rezenteren Ursprungs sind. Auch die kleinen Inseln ordnen sich in zwei Klassen, nnd zwar in

und in solche, die völlig zur ttaltsormatiou rechnen. Die Küsten nnd daS anstoßende Teichtwasser wim­meln von ^ivrallenbanten. Oänsig sind diese ge- lwben, im Durchschnitt>1W m über den jetzigen Meeresspiegel, ivie denn überhaupt der Archipel ein Schauplatz bedeutender Hebnngc'erscheinnngen ist. Andererseits lassen sich anch Seutungen des