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Te» t5Iüuese» »»d Malaie», die ihre ^oh»l>e- ziige in t>are»i t^eld erhalten, ist Gelegenheit neunte», auo dein t>ic> zn einer bestimmten Zeit osseueu Ziore ilire Bedürfnisse zn decken oder Tauscliivareu zum Bertehre mit den Eiugeboreueu eiuzutauseu.
Die Chinesen beteiligen sich zuweilen an den Sonntagovergnüguugeu der Ivanen, in deren >!ampvng <java»ischec' Dorf) eS hoch hergeht. Die javanischen Herren nnd Damen inattie» sich, vft wunderlich ausgeputzt, ihre gegenseitigen Höflich- teilot>esnche nnd es ist höchst interessant, dabei ihren voruehnien Gnug und die zur Schau getragene Würde — aber auch ihre Znngenseriigleu — zu bevbnchten.
Des Nachmittags ziebeu die reiäi geschmückten
liegende» Feslplan, um sich dei deu >!laugen deo Gamelango^j die ^eil zu vertreibe». Gewöhnlich führen Taiiznmdche» ^onsseiixs) nach der nicht uumelodiöseu ?)tusit ihre anmntigen Tanze ans.
^>!ebe»bei vertreibe» vsl »icht ga»z haruilose Spiele nm Geld die Zeit, woran sich auch die Chinesen
?>e pap»a»ische» nnd melanesischcn Arbeiter ziehe» gern drS Sonntags nach de» Ci»geborenen- dörieri, der Uuiget'uug, nm sich dort für Tansch- ivare» ihre landesüblichen Leckerbissen, die sie cnt-
Malilzeileii der ^'.^u»e axispareu, eiuznhändelu. Biele ziehe» mit Speer, Pfeil und Bogen nnf die
hold, das; sie mil reicher Beute heimkommen. Dann ist natürlich der Jubel, insbesondere wen» ei» wildes Schwein erlegt worden ist, grenzenlos »nd bald lodern nach heimischem Gebrauche Feuer ans, »m ei» solennes „di^ lsllo^ Kiri-Kui" a»5 der Beule zu bereite». Allgemeiue Fröhlichkeit würzt daS Bkahl, die sich zur Ausgelassenheit steigert und schliesslich i» einem „ln^ töllov »iu^-
to11 — derAlto ho l h a t h i e r tei» e > i C i» g a » g ges» » den.
Auch für den Europäer ist der Souutag eiu Tag der Erholuug und der heiteren Frellde. Häufig vereinigt er alle Glieder der Ausiedluug zuin Scheibenschießen ^s. Abbildung», bei welchem einige aus den Klubbeiträgen beschaffte Preise uuter deu besten Schützen zur Berteillmg gelaugen. Au solchen Tagen folgt stets, oft auch nach nicht vorausgegangenem Schießen, ein gemeiuschaftliches Essen im Klublokal. Billardspiel, Karteuspiel und Produktionen auf dem Klavier, defsen oft verstimmte Töne dem Vergnügen keinen Abtrag tuu, ivürzen den Rest des Abends,' die Missionare mit ihren Frauen sind dabei nicht selten gern gesehene Gäste. Manch gnte, deutsche Weise klingt an solchen Abenden als Chorgesmig in die Nacht hiumio.
VIII. Schlußbetrachtungen
Deutschland ist die jüngste Kolonialmacht. Obgleich es dank seinen be- wundernswerten, erprobten Heereseinrichtungen sich zu großer, auf dem Kontinent anoschlliggebenden Macht aufgeschwnngeu, fv hat bis vor kurzer Zeit seiu Wille über die Grenzen des Kontinents hinaus uur meuig Geltuug sich verschaffen kö'uueu. Die Nachwirkungen der großen Kriege, deren Schauplatz die deutschen Gefilde waren, die politische Zerrissenheit aus seiner Meinstmiterei nnd aus seinem Pnrteiwesen, der Mangel einer Flotte verboten jeden Einspruch oder Widerstand, als die seefahrenden, kriegstüchtige Flotten besitzenden Nationen zur Auswahl unter den überseeischen Ländern schritten und damit ihren reichen Kolonialbesitz sich sicherten. Seit der Zeit des Großen Kurfürsten, dessen weitschauende Überseepolitik in den Ruinen von Groß-Friedrichs- burg ihr Grab gefunden, bis fast zur heutigen Zeit ruhte jede Betätiguug des Gednukens ein „Deutschlaud über See" zu gründen, gänzlich. Zwar war im Volke der alte Hansngeist, die Lust am Abenteuer, der Drang zum Zug mich der Ferne und die Kraft und die Furchtlosigkeit, Gefahren zu bestehen
Gamelnng - javanisches Orchester besteht n»S einigen Personen, die ans primitiven Instrumenten eine eintönige, aber nicht nnmelodiöse Mnsil machen. Borherrschend sind eine Art von Geige und ein Instrument, das dem (5>iinbale der Zigeuner vergleichbar ist. Der Gamelang, der etwa 18l>(> Mark wert ist, stammt ans ?,avn^ für seine» Gebrauch wird von deu Invnueu eine Miete bezahlt, die sie durch Umlagen zusammenbringe» nnd gewissenhaft entrichten.