554 Neu-Guinea Q^^Q^^Q-^Q-^Q--^
ivelche die Sitten und Lebensgewohnheiten ^l'iederländisch-Jndiens auf Neuguinea zu übertragen suchten, was um so leichter erschien, als sie infolge ihrer Kenntnisse uud ihrer Trvpenersahrungen iu eiuem besonderen Auseheu standeil. Auch Australien stellte für ^Nen-Guinea ein größeres Kontingent von Renten, die namentlich iu deu uutereu Stelleu als Aufseher oder im Schiffsdienst als Matrosen Unterkunft fanden. Nimmt man dazu noch das Händler- elemeut, bei melchem manchmal die Vergangenheit des einzelnen Jndividnums nicht ganz durchsichtig ist, sowie die verschiedenen Bernfsnrten aller Rassen hinzu, so ivird man die eigenartige Entwicklung des Lebens erklärlich fiudeu. Stand Und Herkuust des eiuzelueu Judioiduilms waren aber nicht allein für diese Entwicklung maßgebend — nicht einmal die Suumtravflauzer, die am meisteu dazu prädestiniert erschienen, konnten mit ihren Sitten ousschlag- gebend durchdringen. So ist von jeder Nation und Rasse etwas geblieben nnd ein Ganzes daraus geworden, dem der Perkehr mit der eingeborenen und eingewauderteu Arbeiterschaft deu vrigiuelleu Stempel aufdrückt.
übereiiisliiiuiiende» Charakter, wenn auch die einen gröszer als die anderen nnd in ihrer inneren Ausstattung je »ach dein Geldbeutel oder den Neigungen der Besiner verschieden sind. Bom Palmen- ivald nmgeben erhebt sich inmitten eines kleinen Garteno ein ineist einstöckiges Hol.zhano «Schivcizer- hauöj, das ans über meterhohen ^vlzpfählen »der Zementpfeilern steht, und mn ivelches ringshernm eine brette Veranda läuft. Im Archipel ist meist das Dach mit Wellblech eingedeckt, welches zugleich ;nm Sammeln des Regenwassers in sogenannten Tanks dient. Breite Tiiren führen zn den luftigen ^nnenränmen, welche gewöhnlich ans einein (5>n- Vsang5,',inuner, einem Speisezimmer nnd einigen Tchlafränmen bestehen. Gliche und Wirtschafts
gebäude nittergedrachl. Die Einrichtung ist eine sehr einfache uud besteht ane deu im <7sleu allgemein übliche» Möbeln chinesischer >>erluuft. Weiche ,veder0etten gibt es mit Rücksicht auf daS Klimn nicht,- mau benützt harte Beilen — Matratze» uud Kopfkissen >»it ^tnpvt^ gefüllt —, die i» dichte Schleier lMootilonetze! eingehiillt sind.
Die Tracht ist die übliche Tropeuiracht: bei
leichi ^eivasclieu iverdeu töuueu, von welche» jedes
Helm oder ei» weicher ,vilz- oder Strolch»! nnt
wiegende» Mehrheit von englisch-samoanischer Ab- staminnng ^— trage» schlairvckäl>»licl>e <^>eivänder n»s leichte» Stosse». — Auch in dieser Beziehung herrscht die größte Einfachheit.
VII. Arbeiterverhältnisse
Melanesische und papunnische Arbeiter
Die dem Laude selbst entstammenden Arbeiter sind aus allen Teilen des Schutzgebietes. In der ersten Zeit — also bis etwa 1891 — verstanden sich im großen und ganzen nur die Leute von den Inseln des Archipels zur Arbeit und auch diese uur in geringerer Zahl. Von dieser Zeit ab gelaug es mit vieler Mühe, nach und nach andere Gebiete, insbesondere auch iu Kaiser Wilhelmsland für die Anwerbung zu erschließen, so daß man jetzt in Kaiser Wilhelmsland Leute von den Gebieten des Huongolses, aus der Gegeud vou ^iusch- hafen, der Astrvlabebni, Potsdamhafen, Berliuhafeu, deu ^rench-Jnseln, Neu- Pommeru, Nen-Mecklenburg, Buka n. a. m. als Arbeiter beschäftigt fiildet'^'). ^-nit alle Arbeiter, die den üblichen Arbeitervertrng eingehen, hoben jetzt den Begriff, daß sie eine Verpflichtnug ans eine größere Zeitdauer — die Archipelleute auf 3 Jahre, die Kaiser Wilhelmslaudleute meist auf 2 Jahre ^ eingehen,
*> Seidenbnnmwolle, ein Produkt des ^apokbaumes, der im Lande wächst. ' ' ! ^m 'Archipel liegen die Verhältnisse etwas anders. Auf deu Unternehmungen daselbst werden sast nnr Archipellenle veriveudet, ivas sei»eu t^ruud darin hat, das; solche in hinreichender Zahl gewonnen werden konnten. Bei der rapiden Zunahme des UnisangeS der Pflanzungen wird man aber bald an der (Grenze der ii» Lande zn gewinnende» Zahl angelangt sei» nnd daher sich »ach Zufuhr vou nicherhalb »»«sehe» mttsseu.