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Das überseeische Deutschland : die deutschen Kolonien in Wort und Bild / nach dem neuesten Stand der Kenntnis bearb. von Hutter ...
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Pommern, welchen 101 Anstenstationen unterstehen. DaS Personal besteht ano Z lveisteir Missionaren, 2(> sidjiailischen und samvanischen und 70 eingeborenen ^l'issivnsgehilsen. Boir denselben werden 100 Dorfschulen, eine Bezirkoschule und Seminar zur Anobildnug eingeborener Ntissiont'gehilfen geleitet. Die Wesleynnische Mission konnte im Jahre 1000 ihr Jubiläum der ^jährigen Tätigkeit im Archipel seiern. Von den meisten Missionaren murde das Neue Testament in die Sprache der Neu-Pvmmern nbersel.N.

Die .Katholische Mission vom Heiligen Herzen Jesu beschränkt sich iu ihrer Missivustätigkeit gleichfalls aus deu Archipel. Der Zentralstation Buun Pope und 12 Hauptstationen unterstehen 17 Nebenstationen, die sich über alle Teile des Archipels verbreiten. Die Mission hat 10 Kirchen erbaut. Das Personal besteht aus 1 Bischos, 1 Patres, 10 Brüderu, 11 Schwestern, einem eingeborenen Lehrer und einer eingeborenen Lehrerin. Aast alle Stationen haben Schuleu, die stark besucht merdeu. Die Zahl der getansten Eingeborenen dürste mit 8000 nicht zu hoch bemessen sein.

'Au-> den vorilehende» slatislische» Angahe» den Erweri>5gesellschasien die Erfahrung machen

tritt hervor: das; die Siifiiouotätigkeit in ziaiier niiisseii. dast die Erschliestniig von Kaiser Wilhelins-

Wilhelineillind sich noch in engen Grenzen hält, land eine ungleich schivierigere ist, als die dec-

dast sie aöer im ?lrchipel vereil^ eine grofte '.'lno- Archipele die 5)pser, die zu dringen sind, sind

dehnung erfahren hat. grössere, die Erfolge aver slellen sitt, »»gleich lang-

Zlnch die Biissioii!?gesellschaften haben gleich sanier ein.

III. Eingeborene Bevölkerung^) Herkunft

Die Eingeborenen Kaiser Wilhelmslands uud des BiSmarckarchipels habeu keiue Gesnmtbezeichnltng für das Land, das sie bewohnen,' sie benenneil sich selbst nach ihren Wohnsitzen. Um eine Unterscheidung zwischen Einge- boreueu der großen Insel Neu-Guiuea vou Kaiser Wilhelmslnnd und der Inseln des Archipels zu gewinnen, ist es gebräuchlich geworden, die Be­wohner Kaiser Wilhelmslands mit dem NamenPnpuaS" und die Bemohner des Archipels mitMelanesier" zu bezeichnen. Es ist unentschieden, ob die Bevölkerung autochthou oder eingewandert ist, ob sie eiue selbständige Rasse oder eiu Mischvolk bildet. Der Papua ist im Durchschnitt von großer Figur und kräftigem Wüchse, kraushaarig am Kopfe und meist auch am Bart) Arme, Brust und Beine sind stellenweise behaart. Sein Wesen ist heiter, oft ausgelassen, aber auch zudringlich. Seine Körperbeschaffenheit wie sein Be­nehmen ähneln daher weder denen der Malaien noch der Pvlunesier. Auch mit dem Afrikaneger hat er wenig Gemeiusmnes. Dagegen findet sich, wie in Flora und Fauna, auch im Aussehen, den Sitteu und Gewohnheiten der Bevölkerung Nordanstraliens und Neu-Guiueas manche Übereiustimmuug oder Ähnlichkeit. Es dürfte daher der Schlnß zu ziehen feiu, daß der Australneger nach Norden vvrgedrungeu, fich iu Neu-Guiuen festgesetzt uud mit deu vou Westen und vou Osteu vordringenden Malaien beziehuugsweise Pvlynesiern sich vermischt hat. Unter sich ist daher die Bevölkerung nicht homogen, vielmehr, selbst auf kurze Eutseruuug, durchaus verfchiedeu. Jede größere staatliche Bilduug fehlt. Iu der Gegend von Hatzseldthasen und am oberen Augustafluß herrscht

-1 I>. Krieger, Neu-Guiuea, Bibliothek der ^äiwerkunde. Berichte der Missionare der Rheinischen und der Neueudettelsauer Missum.