Teil eines Werkes 
1 (1913) Die deutschen Kolonien und das überseeische Ausland
Entstehung
Seite
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Siam.

Staatsverfassung: Königtum; die gesetzgebende Gewali übt der König aus an der Spitze seines Kabinetts. ?ie besetze bereitet ein gesetzgebender Nnt vor (Staatsministcrium und ernannte Mitglieder). Die siamesischen Malaienstaaten werden durch Nadschas (eingeborene Fürsten) regiert, die unter Kontrolle der siamesischen Negierung stehen. An der Spitze jeder der 18 Provinzen steht ein vom König ernaunter Beamter.

Lage, Einwohnerzahl, Sprache: Siam umfasst auf der hintcrindischen Halbinsel das Gebiet des Mcnamflusses und den Teil der Holbinscl Malakka zwischen llnterbunna und den britischen Malaicnstaatcn, ist W0Ws> cikm grotz uud hat 70000N0 Einwohner, darunter etwa l'^00 Aus­länder, etwa 259 Deutsche. Die meisten von diesen leben in Bangkok als Kaufleute uud Regicrungsbeamtc. Weiter sind Ausländer in der Ausbeutung des Teakholzes im Innern des Landes, besonders in Nordsiam, tätig. Herr­schendes Volk Siamescn, im Wirtschaftsleben wichtig die Chinesen.

Landessprache: Siamesisch (Tai genannt), die, soweit notwendig, vom Europäer im Lande selbst erlernt wird. Klima: Das Klima ist rein tropisch, im Innern des Landes noch wenig erforscht; genaue Beobachtungen nur für die Stadt Bangkok, die aber für das gesamte Eicbict der unteren Mcnamebcnc, das allein für den Kaufmann in Frage kommt, gelten können. Das Klima ganz Siams wird beherrscht von den Monsnnwindcn, nämlich die trockene Zeit vom Nordostmonsun (November bis April! und die niedcrschlagsrcichc vom Südwestmonsuu (Mai bis Sep­tember); die meisten Ncgen fallen im Mai und im Sep­tember. Die Höhe der Niederschlage im ganzen genommen für ein tropisches Land nicht gerade groß (1500 mm).