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Im australischen Busch und an den Küsten des Korallenmeeres. Reiseerlebnisse und Beobachtungen eines Naturforschers in Australien, Neu-Guinea und den Molukken / Von Richard Semon. Mit 85 Abb. und 4 Ktn
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Anhang IL

Untersuchung des G-esteinsmaterials einiger australischer und papuanischer Steinbeile.

Von Professor Dr. G. Linck.

Zur Untersuchung lagen fünf Steinbeile vor, welche zwischen 10 und 22 Centimeter lang, 810 Centimeter breit und an den dicksten Stellen bis 3 Centimeter dick waren. Drei derselben, Nr. 3, 4, 5, die von der Südostküste von Neu-Guinea stammen, sind voll­kommen bearbeitet und poliert, die anderen beiden, Nr. 1 und 2 aus Queensland (Burnett-Distrikt), sind mehr roh, etwa einem gut geschlagenen Handstück ähnlich und nur an der Schneide, d. h. an der einen Schmalseite auf eine geringe Erstreckung angeschliffen und anpoliert.

Die Farbe der Gesteine ist an den anpolierten Stellen dunkel­saftgrün, meist völlig homogen; nur zwei der Beile lassen Lagen­struktur erkennen, indem dünne, lichtere, gelblichgrüne oder dunklere, fast schwarze Lagen mit der Hauptmasse abwechseln (Nr. 3 und 5). Auf dem frischen Bruch haben die Gesteine durchweg ein grünlich­graues Aussehen.

Unter dem Mikroskop sind bei diesen Gesteinen zwei verschie­dene Typen zu unterscheiden.

Die drei vollständig anpolierten Stücke haben durchaus tuffartigen Charakter. Feldspatbruchstücke, seltene Quarzstückchen und viel Hornblende mit wenig Erz bilden die Hauptbestandteile, welche in dem einen Gestein (Nr. 4) regellos durcheinander gemischt und von gleichmäßig feinem Korn sind, während in einem anderen (5) gröber- körnige, feldspatreiche Lagen mit den herrschenden feinerkörnigen feldspatarmen abwechseln und bei dem dritten (Nr. 3) das Korn durchweg ein gröberes ist. Die Hornblende ist meist schmutzig­grün, in Nr. 3 zum Teil auch bräunlich gefärbt und zeigt kräftigen Pleochroismus. Sie tritt in unregelmäßigen Fetzen, zum Teil auch