I. Allgemeine Beschreibung des Landes
1. Lage, Größe und Abgrenzung
^ns deutsch-ostafrikauifche Schutzgebiet liegt etwa in der gleichen geviira- phischen Breite wie Peru und Java. Der Biktoriasee, an der Nord- grenze der Kolonie gelegen, wird vom Gleicher durchschnitten) die Mündung des Ruvumn^), der einen Teil der Südgrenze bildet, liegt ziemlich geuau unter dem 11. Grad südlicher Breite. Das ganze mächtige Gebiet, wie es sich zwischen diesen Breiten von der Küste des Indischen Ozeans bis zum Tangnnm'kasee erstreckt, untersteht deutscher Oberhoheit. Hierzu kommen die der Küste vorgelagerten Inseln, mit Ausnahme vvu Sansibar nnd Pemva. Mit seinem fast eine Million Quadratkilometer (995000 ^liin) umfasseudeu Flächen- raum übertrifft es das Mutterland nm fast deu gleicheu Betrag, vblvvhl eine Vergleichung auf uusereir gewöhnlicheit Weltkarten es kaum ebenso groß erscheinen läßt, da bekanntlich bei der Projektion einer Kugelvbersläche ans eine Ebene die um deu Äquator gelegeneu Teile am stärksten verkürzt werdeu.
Auf etwn 700 Icro. bildet der Indische Ozean die natürliche Grenze. Im Norden stößt das Schutzgebiet au euglischeu Besitz, das sogen. Britische Ost- asrika Li-itisK Dkl8t ^ii-iea nnd weiterhin das HZarläg. ^i-otsetoi-a-ts).
Im Süden bildet portugiesischer Besitz <der Dst^äo ä'^ti-ioa. Oi'isvta.1) die Grenze. Das Gebiet zwischen dem Nyassa und dem Tangannika gehört wiedernm den Engländern (Lritisv. Osntral ^.ü-ioa.). Im Westen ist der Kougvstaat Grenznachbnr IväexsväÄnt (üovZoj.
Im einzelnen sind die Grenzen durch Verträge mit Großbritannien, Portugal und dem Kvngvstaat nach den derzeitigen Karten vereinbart, ohne daß überall bereits eine Feststellung an Ort und Stelle stattgefunden hat.
Die Nordgrenze gegen Britisch-Ostafrika beruht anf dem Abkommen vom 1. Juli 1890'^).
«Art. I, l.j Im Norden durch eine Linie, der Biitte zu durchfrl>neideu und dann, entlang an
welche nu der Kiiste vom Nvrdufer der Äiündnng dem nördlichen Abhaug der Bergkette des Kilimn-
des Nmbeflnsscs il>ren Ansgang nimmt nnd darauf Ndscharo «besser ^!ilimandjaro), in gerader Linie
in gerader Richtung zum ^ipe-srvotäns Djipe-lSee weitergeführt zu werden bio zn demjenigen Punkte
länst. Dem Ostnfer des Sees entlang nnd nm dao am Ostufer des Biktoria-Nianzaseeo «besser Vik-
Nvrdufer demselben herumfiihrend, überschreitet toriaseeoj, welcher vvn dem ersten Grad südlicher
die Linie darauf den Flusz Lumi, um die Land- Breite getroffen wird. Von hier den See auf
schnften Taveta und Dschagga lbesser Djaggal in dem genannten Breitengrade überschreitend, folgt
^ Besser als Novnnm.
Abiiedrllckt im amtlichen „Deutschen Koloninlblatt" 1890, S. 120 ff.