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Das überseeische Deutschland : die deutschen Kolonien in Wort und Bild / nach dem neuesten Stand der Kenntnis bearb. von Hutter ...
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290 Deutsch-Südwestafrika Q--^l?i^I?^)iz^^>I?!!---S

grenze wohnenden selbständigen Buschmänner. Auf die Frage nach der Her­kunst dieser merkwürdigen Bevölkerung können ivir aus Raummaugel an dieser stelle nicht näher eingehen. Soviel mag aber mich hier betont iverden, daß nach Ansicht derjenigen Europäer, welche die Buschmäuuer dieses uvrdivesllicheu Teiles der Kalaharilaudschafteu kennen lernteil, an ihnen kaum irgeudivelche Unterschiede vvu den iveiter nuten noch zu schildernden Hottentotten zu ent­decken sind. Ihre Sprache soll sich ebenfalls von derjenigen der Nnman nur dialektisch unterscheiden, so daß manche der neueren Beobachter in ihnen nichts iveiter erblicken wollen als einen infolge seiner vorwiegend ans die Jagd in der einsainen Steppe sich beschränkenden Lebensweise körperlich etwas ver­kümmerten Teil der hottentottischen Nasse.

Was die Bedentnng des Landes für die europäische Kolonisation anlangt, so dürste diese wit der späteren Anlage von tropischen Plantagenkulturen und wit der Begründung von HnndelSmittelvnnkten erschöpft sein. Ob etiva die despo­tische Herrschaft der Häuptlinge die Oumnbo zur Ableistung von Arbeiten unter der Botmäßigkeit der Weiften vorgebildet und sonnt in gewisser Beziehung knltnrfördernd gewirkt hat, wird sich ebenfalls erst mit der Zeit herausstellen. Eiustweileu sind es in diesem ganzen Gebiet der europäischen Eiuslüsse noch recht wenige, die bisher znr Geltung gelangen konnten. Ist doch, wenn man von einzelnen kleinere» Erpeditioueu absieht, dieser Teil des Schutzgebiets bis aus deu heutigen Tag oou den grasten Ereignissen, die mit der Ausbreitung der deutscheu Herrschast im übrigen Laude verbnuden waren, so gut wie un­berührt geblieben. Immerhin aber müssen wir einer Beziehung gedenken, welche selbst unter diesen fernsten Bewohnern unserer Kolonie einen wenn auch schwacher: Zusammenhang mit den Ländern christlicher Cultur geschaffen und unterhalten hat. Dies ist die Tätigkeit der protestantischen Mission, die auch hier seit längerer Zeit begonnen hat, und die in diesem Lande von finni­schen Sendboten gehandhabt wird, nnter denen sich manch verdienstvoller Mann nnd verschiedene gnte Kenner des Landes befinden.

III. Das Hereroland

Das südlich von der oben angegebenen Grenzlinie beginnende Herervland ist selbst in seinen nördlichen Strichen als anßertropischeS Gebiet zu bezeichnen, selbst in der Meereshöhe wie in dem landschaftlichen Charakter diefer Grenz­gegend spricht sich ein Unterschied ans. Die Landschaft im Westeu der lang­gestreckten Ontyo-Sandsteinterrassen liegt bereits 1100 bis 1200 m über See und nur im Osten sehen wir zwischen höheren flachen die sehr breite Senke eines Regenslnsses von nnr etwa 1000 m Höhe in südwestlicher Richtnng tief in das zentrale Gebiet eingreifen. Daun aber findet ein immer stärkeres An­steigen auch der ebenen Flächen statt, und besonders das südliche Herervland stellt eine Reihenfolge von außerordentlich hohen nnd mannigfaltig gestalteten Landschaften dar.

Richten wir unseren Blick noch einmal auf die nördliche Hälfte diefer von dem Kassernstamme der Ouaherero bewohnten Länder. Für einen sehr großen Teil, etwa für die ganze Westhälfte dieser bis ungefähr zum 21. Breitengrade nach Süden reichenden Gegenden gilt schvn eine sehr beträchtliche Perändernng des äußeren Bildes, das dem Wanderer entgegentritt, '^ivar, die äußere Form