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Das überseeische Deutschland : die deutschen Kolonien in Wort und Bild / nach dem neuesten Stand der Kenntnis bearb. von Hutter ...
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lischen Kolonie fehlen solche Volksfeste, die ivesent-

trättitiqt ivird, ivird in Vvme vvn den Weiften iieradelt nnd gekegelt. Die schivarzen Angestellten finden ihr Perstniigen bei ^Vinsik und Tanz n,nnz nacli eitrvpäischen Vorbildern, iviihrend die untere Vvlt^schicht den einheimischen Anistihrnngen nnd

den 'enrvpänchen, speziell deutschen <>irvs;slädten vvn liöchst überfliissiiieriveise importierten melir

?lin Biarttplal? in Vorne isl nenerdin>is ein dem Andenken der ersten ihrem Berns vder dvch den

svrscher W ol >. l i n >i niid B n >i ^'l a g iiewidmetes Denkmal errichtet. Ans dem Ple.lz selbst hefindet sith ein qroszcr öffentlicher Nrnnnen, welcher den schlechte» Wnsserverhältnisseu des Ortes in bester Weise abhilst nnd vvn der Nevölternno, stark in

Ans der Mnahöhestrane fvrtivandernd erreichen ivir bald an dem Avhano, deo an^ftetrvcknete»

b e s > l > vffenl) eit kanm e r f v lqrei ch e > > V e r smlio ^ arlen. Im iveileren Perlnnf durchschneidet die nach Atepe siihrende Ttraste ein Tliick eniilisäien »iebielo Wenn mn» dn>ie>ien ^vme uns der Amutiveslrasze verläset, sv kann man anrli vvn dieser mit Um- iielinn^ der englischen (5cte in die Misahvheslraste

hierlier verleitet hat, Abschied nehmen. ?a»n

ein, dao selbst in der Regenzeit trockenen ,vnste^ passiert iverden kann. Ans ihrem nördlichen Hang liegt die Lomeziegelei, die ans dem rvtcn Laterit

fühlbar werdenden Mangel an Prennhvlz leidet.

VIII. Missionen und Schulen

Bis 1892 unterstand die katholische Mission des Togvgebietes der Dahome- missivn, seitdein ist sie durch Schaffung einer apostolischen Präfektur selbständig geivvrden. Die Präfektur der Steyler Mission, Gesellschaft des gött­lichen Wortes, hatte zuerst ihren Sitz in Adjido, jetzt ist derselbe nach Lome verlegt worden. Die Mission zählt sttnf Hauptstationen, in Lome, Adjido, Klein-Pvvo, Porto-Seguro nnd seit 1900 in Atakpame'''). Die Station in Tvgostadt hat man nach sechsjährigem Bestehen wieder eingehen lassen müssen, da sich die Bewohner des allerdings einen Hauptsitz des ?)ewebundes bilden­den OrteS nahezu völlig der Eiuwirkuug der Missionare verschlossen. Auch in Adjido und Pvrto-Segurv bieten sich infolge des dort stark verbreiteten Fetischdieustes große Schwierigkeiten. Nach den Berichten der Missionare be­kämpfen die Fetifchleute das eindringende Christentum gerade neuerdings in heftiger Weise, iudem sie ihren Anhängern das Tragen europäischer Kleidungs­stücke verbieten und alles Mistgeschick, als Kraukheit, Ausbleiben des Regens und Mistwachs, Fischarmut in der Lagnne, als eine Strafe für das Verlassen der alten Gebräuche hinstellen. Auch versuchen sie durch Veranstaltung großer Auszüge, Spiele, Tänze nnd Opfer auf das Volk einzuwirken'^'-') nnd den Fe- tischenrschulen ueue Zöglinge zuzuführen. In diesen: Kmnpse gegen das Christen­tum findet der Fetischismus natürlich eine tatkräftige Hilfe in der ganz all­gemein verbreiteten Pvlngamie.

?ie Einwirkung nnf die Erwachsenen ist svmit 1AW getaufte Cljrislen. ,^n dieser .-',eil hatte die nnr eine geringe. Nach siebenjährigem Bestehen Alifsivn den Tod vvn sieben Mitgliedern jhre^ zählte die katholische Tvgvmjssioti in elf (Gemeinden enrvpäischen Missivnopersvnalo ',n beklagen. Ein

In Atakpnme waren schon früher kcithvlische Missionore nnd zwar aus Lvon aufässig. Aber 1877 lvnrde die Niederlassung zerstört und die beiden Missionare wurden vergiftet. (Liner derselben erlag anch dem Gift,- er liegt in Atat'plime unter einem grossen Baume begraben.

Solche öffentlichen onstösügen Auszüge und Veranstaltungen sii?d von der Regierilng neuerdings verboten oder dvch sehr eingeschränkt worden.