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Das überseeische Deutschland : die deutschen Kolonien in Wort und Bild / nach dem neuesten Stand der Kenntnis bearb. von Hutter ...
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VI. Die gesundheitlichen Verhältnisse

des Togolandes sind nicht gerade gute. Ohne Zweifel sprechen dabei die Wasserverhältuisse mit. Die größeren Wasserläufe wie die Lagune, der Vvlta, Oti, Mono, auch Hahv uud Sio und noch uuinche andere im Vor- uud Hiuter- laud überschiveunnell in der Regenzeit weithin das flache Land und lassen danach auf Wvchen und Monate Sümpfe und Mvräste als Brutstätten schlechter' Gerüche und ungezählter Moskitoschwärme znrück. Die kleineren Flüsse und Bttche aber versiegen während der Trockenzeit oder hinterlassen höchstens in ihrem Bett eine Reihe von Tümpeln und Sumpfstellen, deren abscheuliches Wasser der Bevölkerung manchmal recht ausgedehnter Bezirke zugleich zum Baden, Waschen, Trinken nnd znr Bermendung im Haushalt dient. Man stellt es selbst auf deu Märkten nnd an den Knrnwanenstraßen um teures Geld znm Verkauf. Ebenso abscheulich nnd gesundheitswidrig ist das Sickerwasser in der Nähe der Laguue und das von den Eingeborenen, besonders des Vor­landes monatelang in großen Töpseu aufbewahrte Negenwafser. Allein die Gebirgslandschaften haben während des ganzen Jahres gutes Wasser, dazu gesellen sich die Vorzüge der Höhenlage und der geringeren Entwicklung deK die Moskitos erzeugenden Sumpslande5.

Besonder^ die Eingeborenen leiden unter diesen Berhältuissen uud siud auch in mancher anderen Beziehung schlechter daran als die im Gebiet lebenden Europäer, die sich doch iu etwas durch hygienische Maßregeln zu schützen ver­stehen. Zv wählt der Enrvpäer möglichst eine luftige, vvu Sumpf uud Lagune entfernte Wvhustätte, er trinkt uud verwendet nur filtriertes und ge­kochtes Wasser, er sorgt für Reinlichkeit im Haufe uud ans der Straße, er kennt auch die schädigenden Einflüsse vvn Exzessen in der Lebensführung, er hat vft Arzt und Krankenhaus iu der Nähe, er kann den Aufenthalt unter­brechen nnd eine andere Gegend, eine andere Höhenlage aufsuchen, eine See­fahrt unternehmen vder schließlich die Heinikehr antreten. Zudem siud die meisten im Land ansässigen Enrvpäer jüngere Leute von kräftiger Konstitution und leben nnter verhältnismäßig günstigen Wvhnnngo- und Ernährnngs- bedingnngen. Immerhin betrng die Sterblichkeit der in Tvgvland ansässigen Enrvpäer im Berichtsjahr 1900/1901 5,1"/«, 1899/1900 nahezu 8«/«, 1898/99- 1,7°/«, 1897/98 6°/°, 1896/97 1,7°/«, 1895/96 11,2"/«.

An erster Ttelle unter den .Krankheiten steht Die .Krankheit ändert sich in verschiedenen

heit, wie in» Mm nnd Inni IKW, visweilen epi- fteber ähnlichel nnd tvnlinnierliche nnd perniziöse deniisch auf, wobei kein Europäer verschont bleibt, Wieder, vvn welch letzteren die Tchwarzwasserfieber

bevoltermig iii BNtleideustliaii gezogen ivird niid Die'Fieber l>aden vft .Komplitaiionen nnd viele Eingeborene bis weit in daS Innere hinein andere Krankheiten im Gefolge, solche der Milz,

solsli epidemisches Auftreten lnibe» sich noch nicht Nerven.

ansfindig machen lassen. Geivift infolge der schlechten Trintwasser-

?ie :)tegenzeit, an der Küste besonders die verhällnisfe sind gerade bei den Eingeborenen

Monaie Mai, ,'umi nnd der halbe >',nli, aber anch Dvsenlerie nnd ähnliche Darmerlrantnngen sehr

ist überhaupt die gesnndheiUich ungünstigere, be- Die von den Eingeborenen am meisten gesiirch- sonders fiir die Eingeborenen. Dann sind vvn tete Krankheit sind die Pocken. Diese sind imHinter- den Schulkindern ein Drittel und selbst die vkilste lande endemisch nnd werde» sehr oft durch die^ara-

,nille zum Tode siil)ren. eingeschleppt nnd unilen dann l)ier iu schlimmer