I. Erwerbimg, Umgrenzung und Erforschung
entsche Kanslente hatten seit 1880 mis der herrenlosen Togvknste Handelc'- uiederlassitngen gegriindet und sich mich westasrikanischem Gebrauch durch Verträge mit den eiuheimisclieu Häuplliugeu die Erlaubnis gesichert, ungehindert in den betreffenden (Gebieten Handel zn treiben. Englische tLinfli'isse ano der beuachbarten Goldkiisteukolvuie siihrteu indessen bald eine Spaltung nnter den bis dahin freundlich gesinnten Eingeborenen und eine sv nnsicliere ^age snr die Deutschen herbei, dast die letzteren sich schon im ^ahre I.^N ver- anlastt sahen, den Tchntz ihrer ^cegiernng nachznsnchen. Alo dann 1884 S. M. S. „Sophie" eines Tnges auf der Reede von Klein-Popv oor Anker ging, erlangten die deutschen Kaufleute, die in der letzte»: ,^eit sogar ihr tLigeutum nnd Veben bedroht gesehen hatten, nnter der Beihilfe des Kapitäuv Stitbeurauch eine Bestätigung ihrer schon im ^ahre 1.^2 mit Kudjovi, einem der Häuptlinge oder „lLhiefs" von Klein-Pvpo, geschlossenen Perträge, Kaum jedoch hatte die „Sophie" die ^Ircede verlassen, als die Beuuruhiguugeu der Deutschen mieder begannen, nnd ,'^var in sv bedrohlicher Weise, das; einer der Kaufleute in einein dreistündigen Gewaltritt nach Grvst-Popo eilte nnd den Kapitän deo dort vor Auker gegaugeueu Kriegoschiffo benachrichtigte. Die „Sophie" kehrte sofort mich Kleiu-Popo ,'mriick, ivo der Kapitän am 5. Februar 100 Mann ans ^and setzen und die Hauptaustifter der Unruhen gesungen nehmen lies;. Das Schiff brachte diese Gesaugeueu alo (Geiseln nach Dentschland und der Kaiser liest sie nach Berlin kommen, wo ihueu Gelegenheit geboten wurde, die (Troste uud deu Glau^z der Stadt, sowie die vielen Soldaten deo Kaisern zu beivitndern. ^u.zivischeu richteten der König nnd die Hänptlinge oon Gridji und Klein-Pvpo au Seine Majestät den Kaiser ihren Dank für die ^lnsrecht- erhaltuug des Friedens, protestierten gegen die lLininischnngen der tLugläuder uud bateir nm den deutschen Schutz.
Auch iu Lome »nd Bagida gerieten deutsche uud englische Bestrebnnge» arg aneinander. Bald forderten die Häuptlinge nnter englischen, iLiuslusse die deutschen Kaufleute ans dao Vand ^u verlassen, bald wieder wiesen sie die iu Aussicht gestellte englische Schntzherrschaft schroff ,mrnck.
So lagen die Dinge, als am 2. Juli 1884 Seiner Majestät Kanonenboot „Möwe" mit den ,'mriickgebrachten (Geiseln nnd Dr. Rachtigal an Bord vorKleiu- Popv erschien. VetUerer hatte den Auftrag mit den unabhängigen Häuptlingen deo ^andeo Verträge ab.mschliesten. Eil? solcher Bertrag wurde dauu mit dem Könige von Togo in Togostadt oder vielmehr mit dessen Stabträger nnd Bevollmächtigten, da der König selbst nicht seinen Wohnort oer