Unter deutscher Flagge r?^^Q^SQ^-S>lZ^S> 145
das heißt der Mensch mit übermenschlich gedachten positiven beziehnngoiveise negativen Kräften und Leidenschaften.
Daß bei den Naturvölkern Kmneruus übern'iegend das bvse Prinzip in der Vorstellung herrscht uild der Kult, soweit von einem solchen die Rede sein kann, sich mit Abwendung seiner schädigenden Emauationeu u. s. iv. beschäftigt, ist psychologisch gleichfalls aus ihrem kindlichen Begriffsvermögen erklärlich, ja selbstverständlich. Seien wir ehrlich: unsere Fürbitten haben, streng geuommen, alle den unausgesprochenen Nachsatz: ,und verschone uns vor dem Übel^." sAus Hutter: Wanderungen zc. in Nordkamernn.)
VI. Unter deutscher Flagge
g.) Ausbau und Entwicklung
Wir knüpfen an die im ersten Abschnitt skizzierte Geschichte der Erwerbnng Kameruns au <S. 13).
Nach erfolgter Besitzergreifung handelte es sich darum, die entsprechende Form der Berwaltnng der nenen Erwerbung zu finden. Das Reich dachte sich dieselbe anfänglich als eine Art ZsItAovsrnnierlt der ansässigen Handelshäuser unter deutscher Oberhoheit) dieseu ihrerseits war es lieber, weuu ihnen die Ausübung der Regierlmgsgelvalt und Verwaltung und damit anch die naturgemäß hieutit verbundeueu Kosteir abgenommen würden. Aus diesem Grnnd, und infolge der gauz richtige« weiterblickeudeu Erwäguug, daß eine Kolonie nicht nur reines Handelsgebiet sein und bleiben dürfe und daß die damit gegebeneu weiteren kolonialwirtschaftlichen Aufgaben am besten durch staatliche Verwaltung eingeleitet und gefördert würden, erhielt Kamerun eiueu Kaiserlichen Gouverneur, uud trat damit in das Verhältnis eines Reichsschntzgebietes. (Seinem ersten Gouverneur, Freiherru Julius von Soden, wird die Kolonie stets eiue dankbare Erinnerung bewahren müssen. Weitschauenden Blickes hat er iu allem und jedem den Grund zur weiteren Entwicklung gelegt.)
Wie wir ans der Erforschnngsgeschichte wissen, war das anfänglich bekannte Gebiet sehr klein, und noch viel kleiner war das tatsächlich beherrschte. Die Verwaltung erstreckte fich anfänglich nur auf das eigentliche .^amernn- becken mit den auf der Joßvlatte belegeueu Dualadörseru uud eiuigeu zerstreuten Faktoreien im Norden nnd Süden. Hier am Kamernnflnß, ans der Joßplatte, war anch bis 1901 der Sitz des Gvnvernemeuts. Nuumehr ist dasselbe nach Bnsa verlegt.
Die Umschau uud Erschließung im „eigenen Haufe" enthüllte — wie wir gleichfalls in der ErfvrschnngSgefchichte sahen — mehr und mehr das Land, die Anfgaben wnrden vielgestaltiger, die Wirkungssphäre wuchs. Den erhöhten Ansprüchen gerecht zn werden, mnßte der Verwaltnngsapparat <im weitesten Sinne) vergrößert nnd vermehrt werden. Es war das nm fv notwendiger, als anfänglich dem ja einzig richtigen Grundsatz kvusegueut gehuldigt wurde, das erforschte uud erschlossene Land auch wirklich offen zu erhalte» uud allmählich tatsächlich zu beherrschen. Dann freilich kamen einige Jahre, in denen es den Anschein hatte, als bestehe das reiche Kamerun nnr ans der allernächsten Umgebung des Knmerunbeckeus! Iu der zweiten Hälfte der
Das überseeische Deutschland. 1«