Die eingeborene Vevvlternng Q-^>Q--^s>Q-i--S> 79
V. Die (eingeborene) Bevölkerung Völkergruppen uild -scheiden
Haben wir Kamerun bisher nach seiner geographischen Richtung hin als ein ganz eigenartiges Land kennen gelernt, so mich es nicht minder mich in ethnographischer Beziehung als solchem bezeichnet werden. Nicht nur, daß es die verschiedenst gestalteten Völkerelemente in sich schließt - - fast noch mehr von Interesse ist das gegenseitige Verhältnis derselben, der Zustand, iu dein wir sie fiudeu.
Drei grosse Beuölkernngsgrnppen treten nns entgegen: Bantnneger, Sudanneger uud der hanntischeu Rasse angehörige sremde tLinivanderer. ^Unberücksichtigt kauu vorerst füglich bleiben der spärliche Rest einer Ur- bevvlkernng) einmal iveil ei vielleicht nichts anderes ist als ein alter, degene- rierter Stamm der Bantu, und dauu ebeu iveil er, als auf dein ethnographischen Aussterbeetat, keinerlei ethnographische Rolle spielt. Siehe übrigens S. 85 u. f.) Diese Gruppen suud das ist das iuteressauteste ^lvmeut» sind uoch iticht dauernd zur Ruhe gekommen: sie wogen hin nnd her —: das Bild einer afrikanischen Völkerwanderung eutrvllt sich vor uns. Wie nur uns die einstige Völkerwauderuug iii Europa uicht als eiu stäudiges, nomadisierendes Hernmschiveifen der Stämme vorstellen dürfen — generationenlang trat oft gänzlicher oder teilweiser Stillstand in der Bewegnng der Massen ein, Reiche entstanden und verfielen) dann, dnrch inneren oder äußeren Anstoß, begann es aufs ueue zu fluteu uud zu wauderu —: so hier, jetzt, iir Kamerun.
Dadurch kommt es, daß eine Völkerkarte Kameruns vorerst keinen staöileu Charakter besitzt. Was vor fünfzig Iahren richtig war, ist es hente nicht mehr) jn mit kürzeren Zeiträumen mich man sogar, je nachdem, rechnen. So saßen zum Beispiel noch vor zehn Jahren rings um .^uude hernm nnd östlich davon die Baia, nnd da sind sie heute noch auf deu meisten .^mnernnkarten eingezeichnet - die allernenesten Vorstöße von Rgoko nnd Z)oko nord- beziehungsweise ostwärts haben ergeben, daß sich der Baiastamm gen Tibati zn verschoben nnd gegenwärtig nm linkeil Ufer des Djerem sitzt, dem Tibatiherrscher trilmtär.
Rei dieser <^>elegenl»eit sei iidrigeno anrli gleich gearlel,- liier ist'ö ein kleiner Ttani>n, der >vvl>l ein Wink betreffend asrikanisch-etlinvgraplnschen nationale tLigentiimlichkeiten anfiveisl, at>er t>e- »arlenlesen^ lit'erlianpt eingescliattet^j. Wenn reits ganznnd gar in die politische Anssangnngo- ivir da ans den, Kameruner )llla^vlall "^apea, zvne seinem :liamenc'naäivarn geraten isl,' liier Pakoko, Bnle, ANuim, Bali n. s. iv. n. s. iv. lese», liesse sich vielleirlit eine scharse «Grenze zielten, dvrt
gegrenzten bediele vorstellen i eo sind ledigli>l> die vnnderle von iveilern Tlammeonamen, von Tammelnamen allgemeinsler ^?lrt) da sind ein paar denen die Berichte der Forscher isiir Tpezialilndie» net>eneina»der vielleicht nur dialettisch nnterschie- ja geivis; ivichtig nnd interessant! wimmeln, l>at
^l'ainen auch lalsäcl>licl> in allein nnd jedem andero ttnivissenln'it gelassen!
lDaß dergestaltete „Freizügigkeit" eiuer einivandfreieu „Volkszählung" nicht sehr günstig ist, darauf möge hier gleichfalls im Vorbeigehen anfmerksmn gemacht werden!)
Um nun ein einigermaßen klares Bild von dem derzeitigen Stand der
^> Speciell siir die diesem Avschnitt veigegedene äiarle >!amernnc' sei vemerll, das; die Ttanlmes- namen «Pali, ^jannde n. s. >v.! in liegender, die politischen Vandt'e.zeichnnngen tTidati, Nganmdere n. s. iv.» in stellender Tchrift eingetragen sind.