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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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9. Gegenwart und Zukunft des alten Ophir.

bis zu Livingstone's Zeit bewegte sich der Zambesihandel vornehmlich über diesen Platz. Auch heute kommen viele der Güter von Nyassa über Quilimane in den Welthandel. Indes ist der Ort naturgemäss im Zurückgehen begriffen, da der Überlandtransport auf die Dauer mit dem Wasserweg, welcher über Chinde führt, nicht konkurrieren kann. Nur, wenn die Barre vor Chinde dauernd versanden, und derQua-qua" (so heisst der Quilimane-Arm) Kanal ge­baut werden sollte, würde diese Stadt Aussicht haben, ihre alte Bedeutung zurückzugewinnen. Heutzutage hat man das Gefühl, wenn man von Chinde nach Quilimane geht, aus Südostafrika an die eigentliche Zanzibarküste zu gelangen. Unter den Palmen von Quilimane herrscht echte und un­verfälschte Suaheli-Luft vor. inhambane. j m Süden rechne ich die alte Ophirküste bis über Inham- bane hinaus. Inhambane ist der natürliche Hafen für Gaza­land, welches schon durch seinen Namen seine Zugehörig­keit zu der Welt der Puner verrät. Inhambane liegt 23° 50' s. Br. und 35° 25' östl. Länge und besitzt einen guten und weiten Hafen. Seine Bedeutung heutzutage liegt vornehmlich in dem Umstand, dass von hier aus die Shangans des Gaza­landes, das beste Arbeitermaterial für den südafrikanischen Minenbetrieb, verschifft werden. Gazaland zwischen Limpopo und Sabi ist übersät mit Trümmern aus der antiken Kultur- epoche. Es ist, wie wir früher schon sahen, wohl bewässert und ein herrliches Land für Ackerbau und Viehzucht. Vor Kurzem ist in Lissabon eine Gesellschaft mit einem nominellen Kapital von £ 1,200,000 zur Ausbeutung dieses Gebietes be­gründet worden.

sofaia. Zwischen Inhambane und Beira liegt der eigentliche alte Hafen Sofaia, welcher seine Bedeutung jetzt verloren hat, da er für moderne Oceandampfer nicht mehr brauchbar ist. Etwas südlich davon ergiesst der Sabifluss seine Gewässer in den Indischen Ocean, und hier dürften wir demnach den Mittel­punkt der Sabäerherrschaft in Südafrika vor uns haben.

Dies, in kurzen Umrissen, ist das Ophirland der alten Geschichte, wie es heute sich uns darstellt. Seine moderne Entwicklung beruht, neben seinen natürlichen Schätzen, im

Ausblick.