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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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Portugiesisch-Ostafrika.

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auch der unabhängigste Eingeborenenhäuptling nicht behaup­ten. Ich hoffe, zu Gott, dass es mir vergönnt sein wird, an der Regelung dieser Angelegenheit bei meiner nächsten Ausreise nach Südafrika praktisch mitwirken zu können. Diese ganzen Zölle. Gebiete, die etwa den Umfang des oben gekennzeichneten alten Königreiches Sofala umfassen, stehen heute unter der Verwaltung der Mozambique Co., welche dieselben in der Art der British South Africa Co. zu entwickeln sucht, indes den Vorteil hat, wirkliche gesunde Einnahmen aus den Küsten­zöllen zu ziehen und demnach nicht das Mass von Lasten den Ansiedlern aufzubürden braucht, welche hier wirtschaft­liche Arbeiten unternehmen, wie die englische Co. Der portu­giesische Zoll ist erheblich geringer als der rhodesische. 5 o/o ad valorem auf alle Artikel ist der allgemeine Zoll, der in Beira, Chinde, Quelimane etc. erhoben wird. Hierin liegt an sich nichts drückendes. Auch ist das Land zum Teil für tro­pische Plantagenkultur verzüglich geeignet. Am unteren Zam- piantagen. besi, sowie am Pungwe und Busi wächst Zucker bester Quali­tät, Baumwollen- und Tabakland gibt es an vielen ausgedehn­ten Stellen. Ebenso lassen sich ohne Frage Kaffee, Thee f Vanille und andere Gewürze ziehen. Die Küsten bis zur Delagoabay herunter bieten alle die natürlichen Bedingungen für Kokosnussanpflanzungen. Es herrschen hier durchaus noch die allgemeinen Bedingungen der Zanzibarküste vor, nur dass der Winter hier schon erheblich kühler wird, und demnach eine wirkliche Erholungszeit für den Küstenbewohner eintritt.

Von den Küstenplätzen hat sich besonders Beira über- Beira. raschend schnell entwickelt. Wer wie ich den Platz 1892 ge­sehen hatte, war überrascht, als er ihn im März 1899, also nach 7jährigem Bestehen, wieder erblickte. An Stelle der alten öden Lagune, ein Meer von Häusern und Strassen mit roten Ziegeln und Dächern. Beira liegt 19° 50 M. s. Br. und 34° 50 östl. L., an der gemeinschaftlichen Mündung des Pungwe und Busi, welche beide etwa 100 Meilen für kleinere Fahrzeuge schiff­bar sind. Die Bai, in welche diese beiden Flüsse ausmünden, ist schiffbar für Oceandampfer, und diesem Umstand verdankt der Platz, dessen Namen eigentlich Barre oder Sand bedeutet, sein Entstehen. Jetzt sieht man im Hafen immer eine Reihe von