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9. Gegenwart und Zukunft des alten Ophir.
Schaftes in Rhodesia ebenso vorübergehend, wie die Stagnation des geschäftlichen Lebens in Südafrika überhaupt. Die natürlichen Hilfsmittel des Landes müssen bei richtiger Entwicklung zum Aufschwung oder „boom" führen, den der echte Rhodesianer an der Bar eines „Public Hauses" in Bula- wayo, Salisbury oder Umtali zu erwarten beliebt. Dieses Warten auf den „boom" ist so naiv, dass es beinahe amüsant ist. Bei einer öffentlichen Unterhaltung in Umtali trat auch ein Gedankenleser auf, welcher Fragen von den anwesenden Damen und Herren sammelte. Fünf von den Fragen an dem ersten Abend, wo ich zugegen war, lauteten: „Wann wird der „boom" kommen?" Als ob der „boom" etwas Individuelles sei, welches mit der Fisenbahn oder auf dem Ochsenwagen erscheinen werde, wo doch ein neues Landgebiet nur mit der Axt, mit der Picke oder mit der Schaufel sich seinen Wohlstand in heisser Arbeit erzwingen kann.
Diese Epoche wird für Rhodesia so sicher heranziehen, wie sie in den Vereinigten Staaten und den Buschsteppen Australiens heraufgezogen ist. Aber nicht das „public house" muss der Pionier der modernen Zivilisation in Südafrika sein, sondern der Viehzüchter, der Landwirt und der Minenmann müssen den Weg bahnen. Alle Bedingungen für eine erfolgreiche Thätigkeit dieser Elemente sind dort auf den Plateaus, welche sich von 4—7000 Fuss hoch erheben, in einem wasserreichen Lande, in einem herrlichen, nervenstärkenden Klima gegeben, und ganz bestimmt wird die europäische Rasse in absehbarer Zeit hier eins ihrer grossen Kulturgebiete sich aufbauen. Dann wird noch einmal lebendiges wirtschaftliches Leben in dem alten Ophiiiande sich entwickeln. Wo die Sklavenarbeit fehlt, wird die moderne Technik mit Dampf und Elektrizität einzusetzen haben, um der Allmutter Natur ihre Gaben abzuzwingen nach dem uralten Gesetz, dass der Mensch im Schweiss seines Angesichtes sein Brot zu verdienen hat.
Käp zu
Kairo-Bahn. Von grossem Interesse in der Richtung dieser Entwicklung wird die Frage sein, ob die Chartered Co. nach dem Ableben von Cecil Rhodes stark genug ist, das Projekt der Kap zu Kairo-Eisenbahn weiter durchzuführen. Diese Durch-