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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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Minen. Landwirtschaft.

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Minen, welche bislang nicht erträglich waren, bearbeitet wer­den können. Wie wir gesehen haben, war die antike Goldaus­beute hier eine ungeheuerliche. Man braucht nur die Zusam­menstellungen von Hall und Neal, welche ich im 7. Kapitel mitgeteilt habe, sich anzusehen, um sich ein ungefähres Urteil über die Ausdehnung des alten Goldbetriebes zu bilden. Die Alten aber haben nur selten an den eigentlichen Goldreichtum in der Tiefe des Bodens gerührt. Diese Schätze liegen dem­nach bis auf den heutigen Tag ungehoben. Die moderne Tech­nik mit ihrer d e e p 1 e v e 1-Bearbeitung hat hier ein unüber­sehbares Feld vor sich. Zu diesem Goldreichtum kommen, wie wir gesehen haben, Kupfer, Kohle, und, sobald Südafrika wirt­schaftlich mehr aufgeschlossen sein wird, auch Eisen bester Qualität, dazu Diamanten und andere Edelsteine, z. B. Rubine. Auf diesen Werten beruht die eigentliche Zukunft Rhodesia's.

Aber, obwohl der Grund und Boden in diesem Lande nicht die Tiefe hat, wie z. B. in Gebieten Westafrikas oder Süd­amerikas, so sind doch auch, besonders in den Flussthälern, weite Landstriche vorhanden, wo Ackerbau jeder Art betrieben werden kann, sobald die Arbeiterfrage in verständiger Weise reguliert sein wird. Insbesondere wird Weidewirtschaft in gros­sem Masse möglich sein. Rinder und Schafe, Pferde und Esel werden sich schnell vermehren, nachdem unsere moderne Hygiene es gelernt haben wird, die verschiedenen Mikroben­krankheiten erfolgreich zu bekämpfen. Mr. Weissenborn bei Umtali und Mr. Colenbrander bei Bulawayo neben vielen Anderen haben den Beweis geliefert, dass daneben alle Arten von Gemüse und Obst auf das Herrlichste in diesem Lande ge­deihen. Herr Blöcker, selbst ein deutscher Forstmann, welcher über die Waldungen in Rhodesia für die Chartered-Com- pany berichtete, ist der Meinung, dass auch die Forstkultur bei rationellem Betriebe ausserordentlich ausgedehnt und rentabel gemacht werden kann. Hierzu kommt, dass das Klima ange­nehm und kühl ist, und der Wasserreichtum ein ausserordent­lich hoher. Ich erinnere an meine Beschreibung von Inyanga und Melsetter. Dieselben Verhältnisse treffen auch auf die meisten anderen Teile des eigentlichen Rhodesia zu. Cecil Rhodes hatte immer ein lebhaftes Interesse gerade nach der

Peters, Im Goldland des Altertums. 20