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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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304 9. Gegenwart und Zukunft des alten Ophir.

festsetzen, und dadurch kleinere Unternehmer von der wirk­lichen Bearbeitung abhalten.

Ein anderer entschiedener Nachteil in der Verwaltung von Rhodesia ist die Thatsache, dass eine Compagnie, welche einer­seits die Interessen von Aktionären wahrzunehmen hat, auf der anderen Seite eine Staatsverwaltung durchführen soll. Dies ist ein Widerspruch in sich selbst, denn die Interessen der Aktio­näre verlangen möglichst hohe Dividenden, welche nur zu er­zielen sind, wenn die Auslagen für die Verwaltung möglichst beschränkt werden, während das Land auf der anderen Seite Zuschüsse von Europa nötig hat, welche nur auf Kosten der Aktionäre geleistet werden könnten. Aus diesem Grunde ist in Rhodesia ein Zoll- und Besteuerungssystem eingeführt, wel­ches die eigentlichen Ansiedler in hohem Masse bedrückt und der Entwicklung eines gesunden Handels, ja auch dem Auf­schwung von Ackerbau und Minenwesen direkt im Wege steht.

Im Interesse der Kolonie kann demnach nur gewünscht werden, dass sie alsbald in eine Kronkolonie umgewandelt werde. Man kann von neuen Ansiedlern schlechterdings nicht verlangen, dass sie letzten Endes, die doch nur mit einem ge­ringen Betriebskapital kommen, aus diesem alle die ersten hohen Verwaltungsaufwendungen zu leisten haben, von denen alle später Kommenden mitprofitieren. Das Geld, welches hierfür aus ihren Taschen abfliesst, entgeht natürlich der eigent­lichen wirtschaftlichen Arbeit. An diesem Punkt wird die weitere Entwicklung von Rhodesia organisatorisch reformiert werden müssen. Daneben wird eine Reform der Arbeiterver­hältnisse einzutreten haben, wie ich sie früher ausgeführt habe.

Ich veröffentliche im Anhang den letzten Census aus Rhodesia und eine Aufstellung über die verschiedenen Minen­rechte in dieser Kolonie. Der Leser wird aus ihnen unter allen Umständen entnehmen können, mit welcher Energie sich die europäische Unternehmung bereits heute schon auf diese Län­der geworfen hat. Süd-Rhodesia allein hat 14,000 weisse und etwa eine halbe Million schwarze Eingeborene.

Rhodesia wird dauernd in erster Linie Minengebiet blei­ben. Mit der weiteren Entwicklung der Verkehrsverhältnisse und vor allem der Arbeiterfrage werden eine Anzahl von