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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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302 9. Gegenwart und Zukunft des alten Ophir.

modernen Technik in Bewegung gesetzt, um der weissen Rasse einen Weg zu bahnen und Grundlagen für die europäischen Zivilisation dort zu schaffen.

Auf der englischen Seite war Cecil Rhodes der leitende Kopf, welcher im Wettkampf mit Holländern und Portugiesen seinem Volk hier Ellbogenraum verschaffte. Vom Limpopo bis zum Tanganjika-See, vom Randabfall des Mashonalandes bis über die Kalahariwüste hinaus Hess er die Flagge Gross­britanniens emporsteigen und nahm damit die eigentlichen Hochplateaus von Südafrika im Norden des Transvaal für Eng­land in Besitz. Cecil Rhodes gehörte zu der Gattung der Alexander und Napoleons, jener seltsamen Träumern, welche lebhaftes Spiel der Phantasie mit rücksichtsloser, ja brutaler Willenskraft verbinden, und durch diese Verbindung zu revo­lutionären Welteroberern auf unserm Planeten werden. Aber, während die Alexander und Napoleon mit Phalangen und Armeekorps über die Völker dahinstürmten, verstand es Cecil Rhodes, die modernen Machtmittel des Kapitals und der euro­päischen Börsen in seinen Dienst zu stellen und hiermit ein Gebiet zu erobern, welches an Ausdehnung etwa Britisch­indien gleichkommt. Sein kühnes Wollen und geniales Planen fand in seinem Volk das erforderliche Verständnis und die Unterstützung, ohne welche auch die genialste Individualität keine dauernden Erfolge in den brutalen Gegensätzen der Völ­ker zu erreichen vermag. England hat ihn stets gedeckt, auch da, wo er irrte, und deshalb wird Südafrika dauernd britisch Zeiten ein grosses Feld für seine Bethätigung haben, bleiben, und der englische Unternehmungsgeist hier für alle

So ist Rhodesia entstanden durch die Genialität eines Ein­zelnen und die Mitwirkung seines Volkes, aber es ist eine Schöpfung des modernen Kapitalismus, und diese Eigenart gibt ihm durchaus seinen Charakter. In wenigen Jahren wur­den Städte aus der Erde gestampft: Bulawayo, Gwelo, Salis- bury, Umtali, Melsetter etc.; eine Bahn von mehr als 1500 Meilen Länge verband Kapstadt mit Gwelo; ein anderes eiser­nes Verkehrsband wurde durch die Buschsteppen von Portu- giesisch-Ostafrika auf das Hochplateau von Mashonaland hin­auf gearbeitet, von Beira bis nach Salisbury. Dabei ward von