Buschmann-Gemälde. Hottentotten.
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afrika vorgedrungen sind, und sie den Eingeborenen dort beibrachten. Dann aberliegt es nahe, für solche Beziehungen an die Puntfahrten zu denken, denn andere grosse Seefahrten sind uns nicht überliefert.
Und damit kommen wir auf die Hottentottenfrage im allgemeinen. Bekanntlich sind die Hottentotten eng verwandt mit denBuschmännern, unterscheiden sich aber anthropologisch und linguistisch völlig vondenumwohnendenNeger- stämmen. Ihre Hautfarbe ist gelblich fahl, die Schädel sind platystenokephal. DieHotten- tottensprache, im Gegensatze zu den Negersprachen, hat die Unterscheidung in drei Geschlechter, sie dekliniert und konjugiert dieWorte nicht wie die Bantu durch Präfixe, sondern wie in semitischen und kaukasischen Sprachen durch Suffixe, d.h. sie setzt die Formveränderungen der Substantive und Verben nicht an den Anfang, sondern wie wir an das Ende der Wörter. Kein anderer als der berühmte Ägypto- loge Lepsius hat die Verwandtschaft der Hotten- Buschmanngemälde in Ostmashona- tottensprache mit der alt- ,and - ( Nach Fairbrigde.)
ägyptischen zuerst betont. Die Unterscheidung in drei Geschlechter ist im Hottentottischen ganz ähnlich wie bei den kuschitischen Sprachen des mittleren Nil.
Diese Verwandtschaft tritt auch noch in den religiösen Anschauungen der Hottentotten hervor. Die Mondanbetung steht im Mittelpunkt, wie die Isis-Verehrung im
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Hottentotten.