Print 
Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
Place and Date of Creation
Page
291
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Buschmann-Gemälde. Hottentotten.

291

afrika vorgedrungen sind, und sie den Eingeborenen dort beibrachten. Dann aberliegt es nahe, für solche Beziehungen an die Puntfahrten zu denken, denn andere grosse Seefahrten sind uns nicht überliefert.

Und damit kommen wir auf die Hottentottenfrage im all­gemeinen. Bekanntlich sind die Hottentotten eng verwandt mit denBuschmännern, unter­scheiden sich aber anthropo­logisch und linguistisch völlig vondenumwohnendenNeger- stämmen. Ihre Hautfarbe ist gelblich fahl, die Schädel sind platystenokephal. DieHotten- tottensprache, im Gegensatze zu den Negersprachen, hat die Unterscheidung in drei Geschlechter, sie dekliniert und konjugiert dieWorte nicht wie die Bantu durch Präfixe, sondern wie in semitischen und kauka­sischen Sprachen durch Suffixe, d.h. sie setzt die Formveränderungen der Substantive und Verben nicht an den Anfang, son­dern wie wir an das Ende der Wörter. Kein anderer als der berühmte Ägypto- loge Lepsius hat die Ver­wandtschaft der Hotten- Buschmanngemälde in Ostmashona- tottensprache mit der alt- ,and - ( Nach Fairbrigde.)

ägyptischen zuerst betont. Die Unterscheidung in drei Geschlechter ist im Hottentottischen ganz ähnlich wie bei den kuschitischen Sprachen des mittleren Nil.

Diese Verwandtschaft tritt auch noch in den religiösen Anschauungen der Hottentotten hervor. Die Mond­anbetung steht im Mittelpunkt, wie die Isis-Verehrung im

19*

Hotten­totten.