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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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Puntfahrt unter Hatschepsu.

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Eine grosse Zahl von Meerschiffen war für die lange und beschwerliche Reise zugerüstet, dieselben mit tüchtigen See­leuten und Kriegern bemannt, und mannigfache Freundschafts- gabe nicht vergessen. Ein hoher Hofbeamter begleitete als königlicher Sendbote den Zug, und edle Fürsten und Herren, im Dienste ihrer Herrin und Königin, schlössen sich dem kühnen Führer an.

Wie lange die Meerfahrt auf der See währte, melden die Inschriften nicht. Nachdem die Flotte, mit Hilfe Amons, das Ziel erreicht hatte, landete man an der Küste derWeihrauchstufenberge". Wunder über Wunder offenbarten sich den erstaunten Augen der neuen Ankömm­linge, denen eine unbekannte Welt in allen Er­scheinungen entgegentrat. Nie gesehene Menschen, die Bewohner diesergöttlichen Erde", zeigten sich an der Küste nicht minder verwundert, wie die Ägypter ihrerseits, über das nie geahnte Schauspiel der Landung fremder Männer. Sie wohnten auf Pfahlbauten in kleinen kuppeiförmig gestal­teten Hütten, zu deren Eingang eine Leiter den Weg bahnte, im Schatten der fruchtbeladenen Kokosnusspalmen und herr­licher Weihrauchbäume, in deren Ästen sich seltsame Vögel wiegten und an deren Fuss stattliche Rinderherden friedlich lagerten.

Nachdem das erste Erstaunen vorüber, wurden zunächst mit den Fürsten des fremden Landes Friedensversicherungen ausgetauscht und Gaben der Gastfreundschaft gewechselt. Denn, wie die Inschrift es wörtlich aussagt:Angekommen ist der königliche Sendbote mit den Kriegern, welche in seinem Ge­folge sind. Ein Jeder von den Fürsten des Landes Punt naht sich mit reichen und köstlichen Gaben als Huldigung der Heilig­keit der Hathor, der Herrin von Punt, deren lebendes Bild die ägyptische Königin ist." Das zugehörende Bild zeigt uns den königlichen Sendboten in Begleitung seiner Krieger, wie er eben im Begriffe steht, eine Zahl goldener Ketten, Ringe, Beile und Dolche in Empfang zu nehmen, die Geschenke des Fürsten von Punt,Parihu", welcher in Beglei­tung seiner Gemahlin Ati, seiner beiden Söhne und seiner jungen Tochter den königlichen Gesandten mit erhöbe-