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7. Südafrika, das Ziel der Ophirfahrten.
Es ist zu hoffen, dass unter der Leitung- des einsichtigen und. energischen Captain D'Andrade, des Minendirektors von Massikessi, alsbald eine Sammlung der Manica-Altertümer veranstaltet werden wird. Hier finden wir noch deutliche Reste sehr alter südarabischer Kultur, so z. B. mehrere Grabsteine. Ich besitze die Photographie eines solchen Grabsteines, welcher im Besitz von Captain D'Andrade ist. Er ist deutlich him- yaritischen Charakters. Diese Linien, welche in ihn eingeschnitten sind, und die lochartigen Punkte kreisartig angeordnet, stellen alte symbolische Mitteilungen dar. Man findet sie auf dem ganzen Gebiet der punischen ältesten Besiedlung. Von anderen merkwürdigen Grabsteinen im Manica-Distrikt erzählte mir Monsieur Pacotte. Ich werde diesem Gegenstand meine besondere Aufmerksamkeit nach meiner Rückkehr in jenes Gebiet zuwenden.
Die Manica, genau wie die Mashona und die Bewohner von Inyanga gehören zu der grossen Nation der Makalanga, und Macombe geniesst auch bei ihnen noch einer gewissen religiösen Autorität. Sabigebiet. Wenn wir uns von Massikessi und Umtali gegen Süden wenden, so finden wir am oberen Umbvumvumbvu, im Stromgebiet des Sabi, gerade an der Grenze zwischen Rhodesia und Portugiesisch-Ostafrika eine Reihe von alten Werken auf edle Steine, wahrscheinlich indes nur Halbedelsteine. Hier prospektiert zur Zeit ein Syndikat aus Umtali. Mir wurden Proben von Mr. Howard und Myburgh in Umtali gezeigt, aber ich weiss nicht, ob wirkliche Diamanten sich darunter befanden. Wie dem auch sein mag, es ist für uns immerhin interessant, dass in diesem Gebiet alte Werke auf Edelsteine überhaupt nachgewiesen sind. Wir wissen nicht, was für eine Klasse von edlen Steinen durch die Ophir-Fahrer nach Jerusalem gebracht wurden. Vielleicht waren es eben nur Halbedelsteine. In dem Sabi-Gebiet sind solche nachweislich abgebaut worden, und von hier konnten Salomo's Leute sie also holen.
Am oberen Sabi kommen wir in Ruinen vom Simbabwe- Typus hinein, wie wir gesehen haben, und weiter sehen werden. Dort habe ich im Sommer 1901 alte Kupferminen in