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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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Rhapta.

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Diese Auslegung des Periplus hat klaren Zusammenhang in sich selbst, und ich glaube, dass sie jede Kritik bestehen wird. Der Periplus kennt Pemba und Zanzibar nicht, voraus­sichtlich, weil deren kommerzielle Bedeutung damals noch nicht bestand.

Für unsere vorliegende Untersuchung ergibt sich als wich­tigste Thatsache aus dieser Darlegung, dass der südlichste Hafen an der Mündung des Zambesi lag, also an einer Hoch­strasse in das Ruinengebiet von Mashonaland.

Der Periplus sagt, von Rhapta wende sich die Küste ge­gen Südwesten, und der Indische Ocean vereinige sich schliess­lich mit dem Atlantischen. Diese Angabe ist doppelt, interes­sant. Einerseits bestätigt sie meine Auslegung im allgemeinen, da solche Kennzeichnung von Dar-es-Salaam oder Kilwa aus, wohin man bisher Rhapta legte, absurd sein würde. Andrer­seits aber thut sie dar, dass die Gewährsmänner des Basiles auch die Küsten südlich des Zambesi bis zur Kapkolonie hin kannten. Es waren augenscheinlich auch diese Länder in altem Handelsverkehr mit Südarabien.

Dass die Araber um Christi Geburt über die Beziehung Umsegeiuhg des Indischen zum Atlantischen Ocean und über die Figu- " as ' ration der Südspitze Afrika's orientiert waren, kann nicht Wun­der nehmen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass König Necho oder Neku von Egypten den ganzen Erdteil bereits um 600 v. Chr. durch eine phönikische Expedition hatte umfahren lassen. Die Phöniker segelten von Suez ab und trafen im dritten Jahr durch die Strasse von Gibraltar wieder ein. So erzählt Herodot, und seine Erzählung ist durchaus glaubwürdig.

Nun wird man mir zugeben, dass König Neku, um einen solchen Plan fassen zu können, schon genaue Auskünfte über die Geographie Afrikas haben musste. Solche Auskünfte aber hatte er von den Phönikern, welche sie wiederum von ihren Staminesgenossen in Südarabien und Cstafrika hatten. Es lässt diese Nachricht also darauf schliessen, dass den punischen Völkern der Süden des Indischen Oceans schon vor 600 v. Chr. sehr genau bekannt war, und dies bestätigt wieder im