Allgemeine Kennzeichnung.
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etwa von Amerika oder Afrika sprechen. Also, wo immer es auch lag, Ophir war im vollen, hellen Gesichtskreis der damaligen semitischen Welt.
Von Ezeon-Geber fuhren die Schiffe Salomo's und Hiram's aus, um dieses Goldland aufzusuchen. Ihr Weg führte sie gen Süden in's Rote Meer. In diese Richtung haben auch wir unsere Blicke zu wenden, um das verloren gegangene Eldorado wieder zu entdecken.
Von der Betrachtung unserer Belegstellen kommend, werden wir an sich nicht geneigt sein, das Salomonische Ophir in Arabien zu suchen. Denn wir fanden aus der Reise der Königin Bilkis von Saba, dass die Handelsstrasse von Jerusalem nach Südaräbien zu jener Zeit über Land führte. Wir können kaum annehmen, dass ein kontinentaler Fürst, wie Salomo, bahnbrechend als Seefahrer auftreten werde. Wenn die Flotten aber an Arabien vorbeifuhren, wohin wendeten sie sich alsdann?
Um dies zu beantworten, müssen wir uns an den Gestaden
des Indischen Oceans nach alten Goldminen umsehen, welche
bis in das Zeitalter David's und Salomo's zurückgelegt werden
können. Zunächst aber müssen wir feststellen, wie die Welt
um den Indischen Ocean um 1000 v. Chr. aussah. In was
für einen politischen Kreis traten die Flotten von Salomo und
Hiram ein, wenn sie an Bab-el-Mandeb vorbeigefahren waren ? * * *
Im dritten Jahrtausend vor Christi Geburt hatten am In- weit am dischen Ocean wichtige Völkerverschiebunoen stattgefunden. I ' ldlschei
ö => & Ozean.
In diesem Jahrtausend waren Arische Stämme von ihren Stammsitzen im östlichen Iran aufgebrochen und hatten, wahr- Arier scheinlich durch Kabulistan, und die westlichen Pässe des Hindukoh, nach Indien sich vorgeschoben, wo sie im Industhal und später auch am Ganges erobernd auftraten. Die Einzelheiten dieser grossen Völkerwanderungen liegen völlig jenseits unserer geschichtlichen Überlieferung. Um tausend vor unserer Zeitrechnung war der Norden Indiens im Besitz Arisch-Brahmanischer Stämme, der Khäcijas, der Flindustani, Bengalen, Mahratten und anderer. (Siehe hierzu Lassen, Indische Altertumskunde I, 468 ff.).
Peters, Im Goldland des Altertums. 15