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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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220 Südafrika, das Ziel der Ophirfahrten.

heutigen Zagazig) an das Nordende des Golfes von Suez und damit eine Schiffsverbindung vom Mittelmeer in's Rote Meer geschaffen habe. (p. 94.) Es ist durchaus möglich, dass die Schiffe des Hiram diesen Weg nahmen. Vielleicht wurden sie aber auch in Ezeon-Geber gebaut. Dass sie dorthin geschafft seien, erzählt nämlich das Königsbuch nicht, sondern nur die spätere Chronika. Aber die Königsannalen berichten ausdrück­lich, dass sowohl Salomo wie Josaphat ihre Schiffe in Ezeon- Geber bauten. Die jüdische Flotte wurde demnach bestimmt nicht vom Mittelländischen Meer erst zum Golf von Akaba transportiert. Woher Hiram seine Schiffe dorthin beordert, wird nicht gemeldet, sondern es wird nur gesagt, dass sie von Ezeon-Geber mit Salomo's Schiffen nach Ophir führen. Bei der Unklarheit der Quellen müssen wir diese Frage offen lassen.

Allgemeine über die Thätigkeit der verbündeten Flotten aber er-

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zeichen, fahren wir genauere Aufschlüsse in unseren Quellen. 1. Könige, X, V. 2122 heisst es:

Und alle Trinkgefässe des Königs Salomo waren golden, und alle Gefässe im Hause des Waldes Libanon waren köst­liches Gold, kein Silber, denn das ward für nichts geachtet zu den Zeiten Salomo's. Denn der König hatte Tarsis-Schiffe auf dem Meer mit den Schiffen Hiram's. In dreien Jahren einmal kamen die Tarsis-Schiffe und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Tukkhiim" (Pfauen oder Perlhühner).

Das zweite Buch der Chronika meldet den Vorgang, aus derselben Quelle umgearbeitet, folgendermassen:

IX, V. 2021 :Und alle Trinkgefässe des Königs Salomo waren golden und alle Gefässe im Hause des Waldes Liba­non waren köstliches Gold. Silber ward für nichts geachtet zu den Zeiten Salomo's. Denn Schiffe hatte der König auf dem Meer, die gen Tarsis gingen mit den Knechten Hiram's; in drei Jahren einmal kamen die Schiffe von Tarsis und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Tukkhiim."

Aus der Mitteilung der Königsannalen geht zunächst her­vor, dass Professor Keane Recht hat, wenn er betont, dass jüdische^ und phönikische Schiffe vereint auf die Goldexpe­ditionen gingen. Die Abweichung der Chronika, welche nur