Ein Jugendtraum.
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sind. Als ich 1883 begann, mich mit der kolonialen Frage in Deutschland zu befassen, reichte ich beim Auswärtigen Amt eine Eingabe ein, in welcher ich vorschlug, diesen Teil Südafrikas für Deutschland in Besitz zu nehmen. Der Plan fand bei der deutschen Regierung keine Gegenliebe, weil die „Länder südlich vom Zambesi als britische Interessensphäre" anerkannt würden. Dies war 6 Jahre, bevor Cetil Rhodes seinen Schutzbrief für Matabele- und Mashonaland empfing.
Auch der deutsche Kolonialverein wollte von derartigen „jugendlichen" Projekten nichts wissen. Ich wurde gezwungen, mich dem unendlich viel dürftigeren Mittel-Afrika zuzuwenden. Um wie viel grossartiger würde die Stellung Deutschlands in Afrika sich gestaltet haben, hätte es damit begonnen, seine Hand auf die kühlen wasserreichen Goldländer südlich vom Zambesi zu legen. Die Besitzergreifungen nordwärts hätten sich spielend daran schliessen lassen. Ein deutsches Kolonialreich vom Limpopo bis zum oberen Nil und zum Golf von Aden stand in Aussicht, dessen Grenznachbarn im Süden nicht die Engländer, sondern die Buren waren. Wir hätten mit einem Schlag Besiedlungsgebiete und in den Goldminen Anlockung für die Bethätigung des deutschen Kapitals besessen.
Nach der Sage der alten Egypter sind die heiligen Götter aus Punt, dem märchenhaften Goldland des Südens, gen Norden gewandert. Die Geheimräte von Kusserow, Dr. Krauel, Dr. Kayser, waren augenscheinlich nicht die Männer, den Vorstoss Deutschlands in die Heimat der Götter „amtlich zu vertreten".
Peters, Im Goklland des Altertums.
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