Druckschrift 
Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
Entstehung
Seite
209
Einzelbild herunterladen
 

Ein Jugendtraum.

209

sind. Als ich 1883 begann, mich mit der kolonialen Frage in Deutschland zu befassen, reichte ich beim Auswärtigen Amt eine Eingabe ein, in welcher ich vorschlug, diesen Teil Südafrikas für Deutschland in Besitz zu nehmen. Der Plan fand bei der deutschen Regierung keine Gegenliebe, weil die Länder südlich vom Zambesi als britische Interessensphäre" anerkannt würden. Dies war 6 Jahre, bevor Cetil Rhodes seinen Schutzbrief für Matabele- und Mashonaland empfing.

Auch der deutsche Kolonialverein wollte von derartigen jugendlichen" Projekten nichts wissen. Ich wurde gezwun­gen, mich dem unendlich viel dürftigeren Mittel-Afrika zuzu­wenden. Um wie viel grossartiger würde die Stellung Deutsch­lands in Afrika sich gestaltet haben, hätte es damit begonnen, seine Hand auf die kühlen wasserreichen Goldländer südlich vom Zambesi zu legen. Die Besitzergreifungen nordwärts hät­ten sich spielend daran schliessen lassen. Ein deutsches Ko­lonialreich vom Limpopo bis zum oberen Nil und zum Golf von Aden stand in Aussicht, dessen Grenznachbarn im Süden nicht die Engländer, sondern die Buren waren. Wir hätten mit einem Schlag Besiedlungsgebiete und in den Goldminen Anlockung für die Bethätigung des deutschen Kapitals be­sessen.

Nach der Sage der alten Egypter sind die heiligen Götter aus Punt, dem märchenhaften Goldland des Südens, gen Nor­den gewandert. Die Geheimräte von Kusserow, Dr. Krauel, Dr. Kayser, waren augenscheinlich nicht die Männer, den Vorstoss Deutschlands in die Heimat der Götteramtlich zu vertreten".

Peters, Im Goklland des Altertums.

I I