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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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In Umtali.

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läge für die Aufklärung der geheimnisvollen Rätsel, welche aus grauer Vorzeit zu uns herüberreichen. Zwar hatten wir schon vorher gewusst, woher das Gold für den Salomoni­schen Tempel gekommen sein mochte. Unsere Sabi-Reise hatte uns durch Augenschein einen Fingerweis geboten, um viel­leicht auch die Frage beantworten zu können, woher die Egyp- ter das Kupfer ihrer Puntfahrten bezogen.

Der Zufall wollte es, dass ich in Umtali zwei merkwür- in umtaii. dige Anregungen erhielt, welche mein Nachdenken auf diesen Gegenstand richteten. Mr. Fairbridge, ein alter Ansiedler in Rhodesia, der sich für alle archäologischen Probleme des Landes lebhaft interessiert, zeigte mir bei einem Besuch in seinem Hause drei auf Calico von ihm angefertigte Abbildun­gen von neu entdeckten Buschmanngemälden. Stellung der Figuren, Charakter der Zeichnung, Haartracht, erinnerten beim ersten Blick an egyptische Tempelgemälde, und liess uns Beide auf altegyptischen Kultureinfluss schliessen.

In denselben Tagen verkehrte ich häufig mit Mr. Birch, dem Polizeidirektor von Umtali, der ebenfalls Archäologe ist und viele interessante Stücke gesammelt hat, wobei ihm seine Beziehungen zu den Eingeborenen zu Statten kom­men. Er zeigte mir unter Anderem den oberen Teil einer Statuette, welche 17° s. Br., 32° ö. L. im Süden vom Zambesi gefunden war. Die Figur war unzweifelhaft egyptisch. Mr. Birch übergab sie mir zur genaueren Nachforschung. Diese weitere Prüfung, welche Professor Flinders Petrie hier in London vornahm, hat denn auch die volle Richtigkeit dieser Annahme ergeben. Wenn somit egyptische Funde im Süden vom Zambesi gemacht werden, so dürfen wir als berechtigt annehmen, dass auch direkte egyptische Beziehungen bis in diese Gegenden gereicht haben, genau wie z. B. Mommsen von den Ausläufern der Römerfunde auf die Grenzen der Römerherrschaft oder doch des Römerverkehrs schliesst. Ich werde diese Frage in einem folgenden Kapitel ausführlicher be­handeln. Hier darf ich aussprechen, dass die Woche, welche ich vom 25. Mai bis zum 1. Juni in Umtali zubrachte, mit interessanten archäologischen Erfahrungen und Anregungen eine sehr nützliche Ergänzung der Sabi-Entdeckungen war.