Winter in Afrika.
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mann sich hinter dem Store in einer tiefen Schlucht gelagert habe. Zu meiner Freude stellte ich sofort fest, dass hier Mehl in Menge zu haben war, wenn auch zu extravagantem Preise (35 sh. für 180 Pfund). Meine Kolonne fand ich in einer Versenkung liegen, welche 2—300 Fuss senkrecht in den Sandstein gerissen war. Der Abstieg war etwas schwierig, aber unten war allerdings vollkommener Schutz gegen den schneidenden Südwind, welcher, wie ich meine Leser erinnern will, dort unserem Nordwind entspricht. Ich ass, da Gramann bereits zu Bett lag, abends mit Mr. James im Store, wo ich mir auch ein Bett bestellte, um einmal ordentlich auszuschlafen. Aber das Haus war aus Wellblech, und der Wind pfiff durch alle
Altes Fort in Inyanga.
Ritzen. Trotzdem wir ein lebhaftes Feuer im Kanonenofen des Speisezimmers den ganzen Abend brennen hatten und in unsere Überzieher gehüllt waren, blieb es ungemütlich kalt. Es war, als wenn wir auf einer Nordpolexpedition, nicht auf einer Afrikareise begriffen wären.
Als ich am nächsten Morgen in meinem Zimmer aufwachte, stand die Sonne schon hoch. Ein Sprühregen fiel auf mein Bett herab. Ich glaubte erst, es regne draussen, merkte indess alsbald, dass es eine Begrüssung durch tauende Eiszapfen war, welche von der Decke herabhingen und von der steigenden Sonne geschmolzen wurden. Unser Thermometer zeigte ein Minimum von 6° C. unter Null.
Nach Rücksprache mit Herrn Gramann beschloss ich, hier bei Mr. James' Store unseren Vormarsch nach Süden einstweilen einzustellen und das durchzogene Gelände in Tages-
Peters, Im Goldland des Altertums. 8