Druckschrift 
Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

112

4. In Inyanga.

Rhodes' Farm.

mit der Mehrheit der Lasten nach Süden zum Fruitfield Store, das 11 Meilen entfernt lag, und wo Mehl zu kaufen sein sollte. Ich behielt nur meine Privatträger zurück, für welche ich einen kleinen Posten Getreide im Police camp kaufen konnte. Ich wollte mit dem Kommandanten der Station, Captain Williams, frühstücken und dann Gramann folgen. Als ich um 1 Uhr zu Captain Williams kam, hatte ich die Freude, in seiner Ge­mahlin eine liebenswürdige junge Dame kennen zu lernen. Es war ein unerwarteter Genuss, plötzlich wieder an einer ge­deckten Tafel in Damen-Gesellschaft speisen zu können.

Nach dem Frühstück marschierte ich in schnellem Tempo hinter meiner Expedition her. Die Formation wird jetzt durch­aus quarzitischer Sandstein, in welchem Schiefer strichweise eingelagert ist. Im Osten erhebt sich die Umrandung im schroffen und kühnen Inyangadze bis zu 11,000 Fuss. Bald hinter der Station hatten wir in der Tiefe einen rauschenden Bach zu überschreiten. Dann windet sich der Weg am Fuss des westlichen Abhanges entlang. Das weite Thal ist fast baumlos, nur hie und da ist ein knorriger Stamm oder ein dürres Gestrüpp sichtbar. Bald taucht links eine europäische Niederlassung mit breitem Wohnhaus, Stallungen und einge­hegtem Garten auf. Es ist Rhodes', oder, wie sie auf der Karte nach dem früheren Besitzer genannt ist, Grimmer's Farm. Hinter ihr, dem Inyangadze zu, und ihr gegenüber ragen zwei Hügel, welche mit alten Forts besetzt sind, empor. Vor dem Fort im Westen entdeckte ich ein gut aussehendes Quarzreef, in wel­chem ich alte Arbeiten fand. Die Sonne sank tief, und, wie mit einem goldigen Hauch verklärt, liegt das weite grüne Thal vor mir, in welchem sich jeder Lichtreflex jetzt grell und scharf abhebt. Die Luft wird schneidend kalt, wie an einem Dezem­bertage in Nord-Deutschland. Rhodes' Farm bleibt links lie­gen. Wir überschreiten den kalten, über Felsblöcken dahin- sprudelnden Injangombie, den Oberlauf des Ruenje und sind froh, gerade, als die Sonne versunken ist, das Fruitfield Store zu erreichen, welches etwa 1690 m hoch liegt.

Vor der Thür begrüsste mich Mr. James, der Besitzer, den ich nach meinem Lager fragte, von welchem ich zu meinem Erstaunen nichts bemerkte. Er teilte mir mit. dass Herr Gra-