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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
Entstehung
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4. In Inyaiigä.

üppiges ( j en Schieferabfall zur Linken, während der Westrand

Land. ö

auch heute Granit blieb. Eine grosse Anzahl rauschender Berg­flüsse, durchweg von Osten nach Westen fliessend, waren zu überschreiten, und das breite Thal wurde ersichtlich frucht­barer. Hier ist Weide für Rindvieh, Schafe und Angoraziegen von kräftigster Beschaffenheit: das sogenannteblaue Gras". Sicherlich würden auch Strausse, Pferde und Esel hier gezogen werden können. Der alten Bauten wurden gegen Mittag immer weniger, obwohl die Bergterrassen uns noch bis 10 Uhr begleiteten. Von da ab aber sahen wir in der Ferne unter der Zu Weissen, östlichen Umrandung Wohnhäuser von Weissen. Wir waren an der nördlichsten Grenze der Neu-Besiedlung des Landes von Umtali aus angelangt. Die Wohnhäuser im Osten gehörten Buren, welche Mr. Rhodes hier angesiedelt hat. Mr. Rhodes hatte bekanntlich eine Vorliebe für Buren und zog sie selbst den Engländern vor, obwohl sie nachgewiesenermassen für die Erschliessung neuer Länder in der Regel nichts taugen, da sie wenig individuellen Unternehmungsgeist besitzen. In In- yanga ist infolgedessen für die ackerbauliche Kultivierung des Landes noch nichts geschehen. Die Buren leben von der Jagd und, Gott weiss, wovon sonst. Felder oder auch nur Viehbestand habe ich bei ihren Farmen nicht entdecken können.

Um 11 Uhr trafen wir bei einem störe ein, vor dessen Veranda wir drei Weisse sitzen sahen. Es waren, wie ich später feststellte, Mr. Moefurt und Mr. Smythe, die Besitzer des störe, und Mr. Stevens, der vor einiger Zeit mit einer Vieh­herde, welche er in Umtali verkaufen wollte, aus Zentral-Afrika hier eingetroffen war. Ich schlug unser Lager etwa 5 Minuten entfernt vom störe auf und beschloss, am folgenden Morgen hier liegen zu bleiben, da der Proviant für die Träger auszu­gehen begann.

Mr. Stevens machte uns am Nachmittag einen Besuch, indem er einen grossen Krug Kuhmilch zum Geschenk mit­brachte, eine köstliche Gabe. Vieh war aber von ihm nicht zu kaufen, da er für eine Ziege ein pound, für ein Schaf gar 30 sh. verlangte, was der Umtali-Preis sei. Auch sonst stand es mit dem Einkauf von Lebensmitteln hier miserabel. Im